Freitag, 18. März 2011

Reisebericht (Norwich - Schrambach, oder nahezu)


Hey guys!

Wie immer bevor einer Reise stellte sich mein innerer Wecker auf überfrüh, also eine Stunde vor dem elektronischen und so sehr ich die zusätzlichen hellen Stunden auch mag, sind sie nicht sehr nett, wenn man in der Früh dann eine Stunde wach liegt. Dunkelheit würde beim Einschlafen schon helfen.
Ansonsten ging alles problemlos. Ich habe meine am Vorabend geschriebene Nachricht an den Kühlschrank geklebt, den letzten Toast gegessen, alles mit Ablaufdatum vor meiner Rückkunft weggeleert und mein Taxi kam pünktlich um „half eight“ (= halb neun, Verwirrung oft vorprogrammiert)

Wie immer, wenn man mit dem Taxi fährt, ist man zu früh dran, und so hieß es 30 Minuten auf den Bus warten. Ist aber ganz lustig, die Busstation ist so busy wie eine Bahnhof, besonders in der Früh, wenn alle mit den Park&Ride Bussen ankommen und in die Stadt stürmen.
Der Busfahrer war sehr nett und im Rückblick bin ich sehr froh, dass ich mich für den Coach entschieden habe, statt den Zug nach London und zurück nach Stansted zu nehmen. Man sieht so viel mehr, wenn man auf den Straßen fährt. Natürlich ist es nicht mehr so cool wie in (viel) früheren Zeiten, als es noch große Kutschen gab, mit ein paar „Indoor“- Passagieren (die reicheren) und welche die oben auf der Kutsche mit dem Kutscher sitzen und mit ganz billigen Plätzen in einem Metallkorb hinten. Diese Fahrten dauerten Tage, mit vielen Zwischenstationen zum Essen oder Schlafen. Meine Fahrt dauerte nur 2 ½ Stunden, aber kam, unter anderem, durch Attleborough, Middletown und Newmarket (leicht zu erkennen mit den ganzen Pferdebahnen). Zusätzlich gab es wunderbare, alte Gebäude, tolle Landschaften, einen Fasan (!!!), ein Riesenfeld voller Schweine (ich kann nicht sagen, ob sie dadurch glücklich waren, aber sicher glücklicher als nur im Stall zu stehen,) Insgesamt sind Coaches wahrscheinlich der beste Weg in England herumzureisen, wenn man auch ein wenig von dem Land sehen will. Die Zugfahrt von Norwich nach London war nie so interessant.

Am Flughafen angekommen (12 Uhr Greenwich Zeit) war der Schalter noch nicht einmal geöffnet und so durfte ich wieder einmal warten. Bei Reisen kann man das wohl einfach nicht vermeiden. Das gute an der späten Öffnung ist, dass ich später nach der Sicherheitskontrolle nicht mehr lange warten musste. Gerade Zeit zum Essen und eine Stippvisite im Restroom. (Ist euch eigentlich schon eingefallen, dass Figuren in Büchern meist nur Schlafen und Essen als Grundbedürfnisse haben?) Und dann war das Flugzeug größtenteils leer! Es wollten wirklich nicht viele Leute nach Salzburg fliegen, und von den wenigen waren die meisten deutschsprachig bzw. Österreicher. Ich wurde also schon in England daheim begrüßt. J
Auch im Flugzeug (AirBerlin)wurde mal automatisch auf Deutsch angesprochen, und das fühlt sich wirklich schräg an, wenn man die ganze Zeit Englisch spricht, denkt und schreibt (Mir fällt es gerade erstaunlich schwer deutsche Worte zu schreiben) und sich noch dazu auf englischem Grund und Boden befindet.

Während dem Flug war ich brav und habe ein wenig Hart gelesen, das ist ein britischer Rechtsphilosoph, der meint, dass Menschen das Recht nicht nur wegen der Angst vor der Strafe befolgen, sondern aus einem Gefühl der Akzeptanz und Pflicht heraus. Er ist einer der zwei Philosophen über dich ich meine Arbeit schreiben werde. Viel habe ich nicht geschafft, denn der Flug dauert gerade einmal 1 ½ Stunden von Stansted nach Salzburg.
Und dann war ich für eine Stunde wieder einmal in meiner zweiten Heimat! Von der Ferne sah ich die Festung, durfte wieder einmal eine Fahrt im O-Bus erleben (zwischen Bundesheerlern und englischen Touristen; irgendwie waren mir die Engländer sympathischer)

Und jetzt sitze ich im Zug nach St.Pölten und bemühe mich, die zwei Stunden damit zu verbringen, euch meine Erfahrungen näher zu bringen. War nicht aufregend, aber ich wollte auch einfach nur nach Hause dieses Mal. Vor Weihnachten war da durchaus der Hintergedanke, dass ich gern Zeit in London hätte. (Merke, man sollte wirklich aufpassen, was man sich wünscht, es könnte in Erfüllung gehen. Auch wenn ich mich nicht für einen Wettergott halte :D)
Um halb neun werde ich zu Hause sein, dank Oma, die mich vom Zug abholt. Das machen 11 Stunden Reisezeit, die wegen der Zeitumstellung auch noch wie 12 ausschauen!
Ich bin aber froh, zu Hause zu sein, wenn auch nur für ein paar Tage. Und die Rückreise ist zum Glück zweigeteilt; muss ja schon am Dienstag nach Salzburg und darf mich auf  einen Spaziergang freuen. (Sollte ich doch eine Wettergöttin sein, dann wünsche ich mir jetzt schönes Wetter!!!)

Habt eine schöne Zeit, bis vielleicht bald!
XO Florentina

Dienstag, 8. März 2011

caretaker

Hallo liebe Leute, ich lasse mal wieder was von mir hören.

Was ich schon seit längerem vermutet hatte, hat sich diese Woche doch tatsächlich bestätigt, meine Vermieterin sieht mich als Caretakerin des Hauses und sagt das auch zu den möglichen Nachmietern. Wie ich es vermutet habe? Nun ja, manche E-mails gingen nur an mich, ich bin so ziemlich die einzige, die sich meldet, wenn irgendwas nicht in Ordnung zu sein scheint und werde dafür durchaus belohnt -> neuer Staubsauger (der letzte war wirklich nicht mehr in Ordnung), gereinigter Filter in der Waschmaschine (was man da alles so findet), neue Matratze (*smile*) und jetzt wird auch der Boiler repariert! Das könnte leider nur auch bedeuten, dass es morgen wieder nichts mit dem Fechten wird, da ich von ihr gefragt wurde, ob ich zu Hause bin und den Reparaturmenschen reinlassen kann. Letzten Mittwoch war ich zum ersten Mal seit Wochen (nachdem ich mich endlich dazu durchgerungen hatte zur Anfängerklasse zu gehen, statt zu den Intermediate-Leuten, wie ich eigentlich sollte, aber nach 11 Wochen ist man immer noch Anfänger, denke ich) Aber vielleicht geht es sich morgen aus, alles was ich weiß ist, dass der Boilermensch nachmittags kommt, vielleicht ist er ja um 5 schon wieder weg.

Inzwischen hält mich die Arbeit schon ziemlich in Atem. Die Kursarbeit für EU Recht habe ich fast beendet, glücklicherweise, habe aber auch lang damit herumgetan und bin nicht ganz zufrieden. Zusätzlich fürchte ich, dass ich übers Wortlimit hinausschieße, und dabei sind sie hier wirklich streng. Das bedeutet kürzen, kürzen, kürzen und dabei hab ich mir solche Mühe gegeben all die netten Wörter zu finden.
Muss die Herumtüftlerei aber bald einmal aufschieben, es stehen nämlich noch Strafrechts-Kursarbeit (freiwillig, aber gute Übung für die Klausur!!! Und es geht doch nichts über Feedback) und die nette, wenn auch komplizierte Arbeit für Rechtsphilosophie. (Mein Thema ist "Ist Strafe notwendig?" und ich will von allen, die ich in 1 1/2 Wochen sehe die Meinung hören, brauche Ideen für 3000 Wörter!) Glücklicherweise werden zur gleichen Zeit die Vorlesungen und Seminare weniger, und die Auffrischungsvorlesungen mehr (auch eine Hilfe beim Lernen)

Das durchaus eigenartige ist, dass ich bemerke wie das Jahr zu Ende geht und es mich wieder heimwärts (bzw. nach Salzburg) zieht. Zur selben Zeit ein Jahr zuvor habe ich mehr und mehr Begegnungen mit englisch sprechenden Leuten gehabt oder mit Juristen, die sich mit dem Case law system auseinandergesetzt haben. Jetzt sehe ich plötzlich viele Leute, die sehr Studenten und Professoren aus Salzburg ähneln, und das ist durchaus ein deutliches Zeichen, dass mein Lebensfluss wieder von England wegfließt. Ich werde einiges hier vermissen, aber ich habe mich verändert und nehme diese Dinge einfach mit. (Leider kann man Leute nicht so einfach in den Koffer packen)

So, das war's einmal wieder. Ich freue mich auf alle, die ich nächste (!!!!) Woche sehe (oder übernächste, hoffe nur das Wetter ist am 22. in Salzburg nett genug für einen Spaziergang!)
Habt eine schöne Zeit
XO Florentina

PS: Gabi, ich weiß nicht, ob ich noch dazu komm meinen Brief rechtzeitig abzuschicken, wollte aber sagen (falls Mama es noch nicht getan hat), dass ich in Bezug auf Torte/Kuchen oft eher die ganz einfachen Sache lieber hatte. Oft eher Kuchen, als cremige Torten. (Deshalb mag ich wohl englische Brownies, Cupcakes und Shortcakes auch so.) Kann aber keinen definitiven Wunsch äußern (weil kein Favorit) und lasse mich viel zu gerne überraschen!!!