Hey guys!
Wie immer bevor einer Reise stellte sich mein innerer Wecker auf überfrüh, also eine Stunde vor dem elektronischen und so sehr ich die zusätzlichen hellen Stunden auch mag, sind sie nicht sehr nett, wenn man in der Früh dann eine Stunde wach liegt. Dunkelheit würde beim Einschlafen schon helfen.
Ansonsten ging alles problemlos. Ich habe meine am Vorabend geschriebene Nachricht an den Kühlschrank geklebt, den letzten Toast gegessen, alles mit Ablaufdatum vor meiner Rückkunft weggeleert und mein Taxi kam pünktlich um „half eight“ (= halb neun, Verwirrung oft vorprogrammiert)
Wie immer, wenn man mit dem Taxi fährt, ist man zu früh dran, und so hieß es 30 Minuten auf den Bus warten. Ist aber ganz lustig, die Busstation ist so busy wie eine Bahnhof, besonders in der Früh, wenn alle mit den Park&Ride Bussen ankommen und in die Stadt stürmen.
Der Busfahrer war sehr nett und im Rückblick bin ich sehr froh, dass ich mich für den Coach entschieden habe, statt den Zug nach London und zurück nach Stansted zu nehmen. Man sieht so viel mehr, wenn man auf den Straßen fährt. Natürlich ist es nicht mehr so cool wie in (viel) früheren Zeiten, als es noch große Kutschen gab, mit ein paar „Indoor“- Passagieren (die reicheren) und welche die oben auf der Kutsche mit dem Kutscher sitzen und mit ganz billigen Plätzen in einem Metallkorb hinten. Diese Fahrten dauerten Tage, mit vielen Zwischenstationen zum Essen oder Schlafen. Meine Fahrt dauerte nur 2 ½ Stunden, aber kam, unter anderem, durch Attleborough, Middletown und Newmarket (leicht zu erkennen mit den ganzen Pferdebahnen). Zusätzlich gab es wunderbare, alte Gebäude, tolle Landschaften, einen Fasan (!!!), ein Riesenfeld voller Schweine (ich kann nicht sagen, ob sie dadurch glücklich waren, aber sicher glücklicher als nur im Stall zu stehen,) Insgesamt sind Coaches wahrscheinlich der beste Weg in England herumzureisen, wenn man auch ein wenig von dem Land sehen will. Die Zugfahrt von Norwich nach London war nie so interessant.
Am Flughafen angekommen (12 Uhr Greenwich Zeit) war der Schalter noch nicht einmal geöffnet und so durfte ich wieder einmal warten. Bei Reisen kann man das wohl einfach nicht vermeiden. Das gute an der späten Öffnung ist, dass ich später nach der Sicherheitskontrolle nicht mehr lange warten musste. Gerade Zeit zum Essen und eine Stippvisite im Restroom. (Ist euch eigentlich schon eingefallen, dass Figuren in Büchern meist nur Schlafen und Essen als Grundbedürfnisse haben?) Und dann war das Flugzeug größtenteils leer! Es wollten wirklich nicht viele Leute nach Salzburg fliegen, und von den wenigen waren die meisten deutschsprachig bzw. Österreicher. Ich wurde also schon in England daheim begrüßt. J
Auch im Flugzeug (AirBerlin)wurde mal automatisch auf Deutsch angesprochen, und das fühlt sich wirklich schräg an, wenn man die ganze Zeit Englisch spricht, denkt und schreibt (Mir fällt es gerade erstaunlich schwer deutsche Worte zu schreiben) und sich noch dazu auf englischem Grund und Boden befindet.
Während dem Flug war ich brav und habe ein wenig Hart gelesen, das ist ein britischer Rechtsphilosoph, der meint, dass Menschen das Recht nicht nur wegen der Angst vor der Strafe befolgen, sondern aus einem Gefühl der Akzeptanz und Pflicht heraus. Er ist einer der zwei Philosophen über dich ich meine Arbeit schreiben werde. Viel habe ich nicht geschafft, denn der Flug dauert gerade einmal 1 ½ Stunden von Stansted nach Salzburg.
Und dann war ich für eine Stunde wieder einmal in meiner zweiten Heimat! Von der Ferne sah ich die Festung, durfte wieder einmal eine Fahrt im O-Bus erleben (zwischen Bundesheerlern und englischen Touristen; irgendwie waren mir die Engländer sympathischer)
Und jetzt sitze ich im Zug nach St.Pölten und bemühe mich, die zwei Stunden damit zu verbringen, euch meine Erfahrungen näher zu bringen. War nicht aufregend, aber ich wollte auch einfach nur nach Hause dieses Mal. Vor Weihnachten war da durchaus der Hintergedanke, dass ich gern Zeit in London hätte. (Merke, man sollte wirklich aufpassen, was man sich wünscht, es könnte in Erfüllung gehen. Auch wenn ich mich nicht für einen Wettergott halte :D)
Um halb neun werde ich zu Hause sein, dank Oma, die mich vom Zug abholt. Das machen 11 Stunden Reisezeit, die wegen der Zeitumstellung auch noch wie 12 ausschauen!
Ich bin aber froh, zu Hause zu sein, wenn auch nur für ein paar Tage. Und die Rückreise ist zum Glück zweigeteilt; muss ja schon am Dienstag nach Salzburg und darf mich auf einen Spaziergang freuen. (Sollte ich doch eine Wettergöttin sein, dann wünsche ich mir jetzt schönes Wetter!!!)
Habt eine schöne Zeit, bis vielleicht bald!
XO Florentina