Salut!
Nachdem ich nach meiner letzten Prüfung (Strafrecht) am 26.Mai eine andere Variante des Energieabbaus probiert habe (Kaffee/Tee trinken und plaudern mit Ioan und abends eine Stunde in einem Pub in der Stadt mit ein paar anderen Studenten), kommt heute wieder einmal ein Prüfungsbericht und zwar der letzte. Denn dieses war wirklich der letzte Streich!!! (Klopfe mal auf Holz, will nichts verschreien)
Was war heute am Programm?
Intellectual Property Law, genauer gesagt Copyright, Patent und Trade marks.
Am Beginn des Jahres hatte ich wahnsinnig darauf gefreut, weil wir das in Salzburg nicht wirklich durchmachen (ist nur eine Veranstaltung im Recht&Wirtschaftsstudium, bei Jus wird es nur kurz in Unternehmensrecht erwähnt). Allerdings hat sich dieser Enthusiasmus während des Jahres doch um einiges gelegt. Es klingt viel interessanter als es dann wirklich ist, das ist mal wirklich ein Bereich der ganz schön trocken sein kann und dabei mag ich es gar nicht wenn das jemand über Jus sagt. Ich nehme an, es gibt durchaus interessante Bereiche, wie die Frage ob ein "Musikstück", das aus 4 Minuten und 33 Sekunden Stille besteht wirklich Musik genannt werden kann. Dann war die Debatte über Graffiti auch sehr interessant, vor allem die Frage, ob ein Graffiti-Künstler irgendwelche Rechte gegen das Übermalen seines Werkes haben kann (kann er nicht, man hat in England nämlich kein moralisches Copyright gegen die totale Zerstörung eines Werkes, sondern nur gegen eine negative Bearbeitung, also beispielsweise, wenn ein an die Wand gesprayter Hase plötzlich grün angemalt wird) Auch Trade marks hatten ihre interessanten Seiten, wenn es auch ein extrem ungenaues Feld ist, das eigentlich nur im Vergleichen verschiedener Zeichen besteht, um dann zu entscheiden, ob die Zeichen zu ähnlich sind um eines davon zu erlauben, weil es ja einen Nachteil für das ältere Zeichen haben könnte. (Wahrscheinlich hat das durchaus seinen ökonomischen Wert, aber der hat sich mir bis zum Schluss nicht offenbart) Patent law hatte den Nachteil, das wir einen anderen Professor hatten, der die Vorlesung nicht wirklich ungemein interessant gestaltet hat (und es nicht schaffte den Bereich fertig abzuhandeln) und ich auch noch einen Montag krankheitsbedingt versäumt habe.
Während dem Lernen habe ich mich ziemlich auf Copyright konzentriert, alles fein säuberlich zusammengeschrieben, mit verschiedenen Farben unterstrichen, usw. Nur in den letzten paar Tagen habe ich mich dann mit den anderen Bereichen beschäftigt, vor allem im Zusammenhang mit den Prüfungsfragen des letzten Jahres (die ich teilweise auch mit zwei anderen Studenten am Mittwoch bearbeitet habe)
Stellt auch dann meine Überraschung vor als ich heute bei der Prüfung saß und erkannte, dass ich viel lieber über Patentrecht und Trade marks schrieb, als über Copyright. Die erste Frage war eine Fallfrage, die zur Hälfte Patent und zur anderen TMs behandelte. Ich muss zugeben ich überlegte ziemlich lange ob ich nicht die Copyright Frage nehmen sollte, entschied mich aber schlussendlich dagegen. Leider hatte ich dadurch wertvolle Minuten meiner 2 Stunden verloren und musste mich ganz schön anstrengen. Ich begann gerade erst zu schreiben, als andere neben mir schon bei der zweiten Seite waren. (man sollte wirklich nie auf seine Sitznachbarn achten, das kann deprimierend sein)
Danach hatte ich dann ungefähr 40-35 Minuten um die zwei Essayfragen zu beantworten. Wobei ich wieder Patentrecht und Trademarks auswählte aus dem einfachen Grund weil ich mir für diese zwei Fragen mehr Gerichtsfälle gemerkt hatte als für die anderen Möglichkeiten. Copyright hat so viele Fälle, dass man es einfach nicht schafft, sich alle zu merken (und dabei habe ich dazu gelernt und sie mir alle mit Notizen auf eine Liste geschrieben) Ich bin nicht absolut zufrieden mit meinen Antworten, aber bei dem Zeitdruck konnte ich einfach nicht mehr oder genaueres schreiben. Wenigstens habe ich dieses Mal auch ein Schlusswort unter die letzte Frage schreiben können (bei meiner einzigen 3 Stunden Prüfung ist mir das nicht geglückt. Schon komisch, dass drei Stunden kürzer sein können als 2)
Dann war es ENDLICH vorbei, kann es noch gar nicht fassen, dass jetzt mal kein Lernstress auf mich wartet und ich ohne Schuldgefühle zu einem Buch greifen oder ein Nickerchen einlegen kann. Das Wetter hat auch eine symbolische Tat des Stress Wegwaschens getan, denn gerade als wir das Gebäude verließen begann es zu Regnen. Hat mich zu dem Zeitpunkt nicht gestört (vor allem weiß ich, dass Regenschauer in England meist nur ein kurzes Intermezzo darstellen), da ich ohnehin zur Bank musste um mein Konto aufzulösen. Das geht echt schnell, die Überweisung des restlichen Geldes nach Österreich ist da schon eine ganz andere Angelegenheit. Auch ist es teurer von England nach Österreich, als umgekehrt, aber ja, was soll man machen. Kann nur hoffen, der Überweisungskurs ist zur Zeit wieder einmal pro Euro. :-D
Auf dem Heimweg habe ich mich dann wieder einmal mit Cookies eingedeckt, nachdem ich wochenlang nicht wirklich Lust auf süßes Zeug hatte, werde ich diese exquisiten Dinger jetzt einmal wieder genießen. Leider begann es erneut zu regnen sobald ich aus dem Co-op Store herauskam und so wurde ich auf meinem Heimweg ordentlich gewaschen.
Was steht jetzt also an, da die Prüfungen vorbei sind und ich nur noch eine Woche hier bin?
Tja, so Gott (und das Wetter) will, mache ich mich heute Abend auf den Weg zum Uni-Pub um Maria, eine griechische Jus-Studentin zu verabschieden, die morgen abreist. Würde das gerne tun, habe mich nämlich gut mit ihr verstanden, auch wenn ich nicht oft mit ihr gesprochen habe.
Morgen muss ich mich dann auf die Suche nach einem Karton machen, um einen Teil meiner Sachen mit der Post heimzuschicken. Wenn ich die genauen Maße finde, kann ich mit DPD 30kg schon für ungefähr 20 Pfund heimschicken! Noch dazu wird das Paket bei mir abgeholt und dazu kann ich nur sagen: Highly convenient, indeed! (man stelle sich das bitte mit englischem Akzent vor) Aber auch wenn ich keine max. 175 Länge und max. 300 Umfang finde, ist es mit DHL immer noch billiger als mit der normalen Post. Natürlich muss ich dann einen Tag nächste Woche zum Großteil im Haus verbringen, um auf das Abholen zu warten, denn eine bestimmte Zeit kann nicht ausgemacht werden.
Morgen Abend habe ich dann das Vergnügen ein Konzert mit meiner Geigenlehrerin als Solistin zu besuchen. Sie organisiert mir auch eine Mitfahrgelegenheit (wahrscheinlich ihre Schwester) Freue mich schon sehr darauf!
Sonntag wird dann einmal Probe eingepackt und Liste geschrieben was wo hinein gehört. Schließlich ist es nicht so einfach 2 Koffer und einen Karton zu packen und dabei die Gewichtslimits einzuhalten. (Ich sage nur 27 kg bei der Herfahrt, ups!) Dafür muss ich auch noch meine Nachbarn um eine Waage fragen und stehe immer noch vor dem Problem, dass ich mir nicht ganz sicher bin wie das eigentlich heißt. Habe dieses Wort in der Schule nie gelernt, obwohl ich zugeben muss, dass ich nie die fleißigste Vokabellernerin war (und seid jetzt ja nicht geschockt, Vokabeln zu lernen ist einfach eine absolut stumpfsinnige Arbeit) Aber ich hätte mich zumindest an das Wort erinnert, als ich im Internet nach einer Übersetzung suchte, aber "scales" hört sich einfach falsch an. Ich werde wohl noch meine Mitbewohner fragen müssen.
Ansonsten ist die nächste Woche noch nicht wirklich verplant.
Einziges Motto: Genießen und Zelte abbrechen.
Tja, nach einem langen, langen Bericht, ist jetzt Schluss, habe nämlich Hunger.
Habt's gut und bis sehr bald!
Florentina
PS: Salut ist übrigens rumänisch und bedeutet "hallo" (was man in so einem Auslandsaufenthalt so alles lernt)