Sonntag, 20. Februar 2011

Wie in der Schule

Hallo ihr Lieben,

Ich weiß, es sind wieder Wochen vergangen seitdem ich zum letzten Mal geschrieben habe, aber es fühlt sich hier wirklich an, als wäre ich wieder in der Schule und die Lehrer versuchen noch alles mögliche in uns hineinzupressen, bevor es in die Ferien geht. Glücklicherweise haben sie aber in dem Fach in dem ich nur eine Arbeit schreiben muss auch schon das Thema ausgegeben und ich werde mich in den nächsten zwei Wochen daran setzen die max. 3250 (inklusive Fußnoten) abzutippen. Sie sind sehr nett, denn der erste Teil ist genauso wie die freiwillige Kursarbeit, die ich im Herbst geschrieben habe! Mit ein paar Verbesserungen (und Namensänderungen) kann ich es im Prinzip genauso reinschreiben und dann ist die Hälfte der Arbeit nicht nur positiv, sondern erstklassig! :) An der anderen Hälfte muss ich noch haben, das bedeutet 60 Seiten neben dem Rest lesen. :(

Das ganze würde bedeuten, dass heute ein sehr intensiver Lerntag sein müsste. Aber ja, was soll man sagen... Gestern war Nelsons Geburtstag und ich hatte ihm schon vor einem Monat versprochen mit ihm und den anderen auszugehen. Ungewohnt das von mir zu hören? Kann ich glauben, ist auch das erste Mal, das ich in die Clubs gehe seit ich in England bin.
Der Anfang war sehr lustig, Owen (Bruder von Justine, meiner Lehrerin im Sprachurlaub mit Judy am Anfang meines Englandaufenthalts) ist gefahren und nach mir mussten wir noch zwei andere abholen (was die Kapazität des Autos überstieg, was die Polizei nicht weiß, macht sie nicht heiß?), die einigermaßen schwer zu finden waren. Nelson hat inzwischen einen anderen am Telefon hingehalten, der schon dort war und schlussendlich 40 Minuten warten musste. Am Ende waren wir alle fröhlich zusammen und sind in den (ihrer Meinung nach, habe keine Vergleichsmöglichkeiten) besten Club der Stadt gegangen, ins Mercy.
Es ist einfach riesig, hat mehrere verschiedene zueinander offene Etagen, Tanzfläche ganz unten, zwei Bars, Videowände, blitzende, herumschwirrende Lichter, Nebelmaschine, Seifenblasen (!) und, natürlich, sehr laute Musik. Zu Beginn (um 11) waren nicht extrem viele Menschen da, aber selbst nach Mitternacht konnte man noch überall hingehen und im Prinzip war nur die Tanzfläche sehr voll. Ich glaube, nicht einmal an der Bar waren lange Schlangen, in diesem Sinne also ganz anders als die Studentenparties die ich ausprobiert und wieder gelassen habe. Ein weiterer Unterschied war die Ausgabe von echten Gläsern. Anfangs war ich davon beeindruckt, kommt ganz anders rüber, wenn man ein Glas und keinen Becher zum Trinken kriegt, aber später konnte ich nur den Kopf schütteln. Die Gäste auf der Tanzfläche stellten die Gläser an irgendeiner erhöhten Fläche ab, andere stießen sie aus versehen um, wobei nicht alle zu Bruch gingen, aber dafür dann Flaschen und Gläser auf dem Boden herumrollten, während alle dort tanzten! Aber die wenigsten schienen sich daran zu stören und ich konnte leider auch nicht über die Tanzfläche laufen und Gläser aufsammeln, obwohl ich es gern getan hätte.
So habe ich mich aufs Tanzen verlegt und ich gebe zu, dass ein wenig Alkohol im Spiel war, um lockerer zu werden, besonders zu Beginn, als noch nicht so viele Leute da waren. Aber zur Beruhigung etwaiger besorgter Gemüter: Da ich das Gefühl des Beschwipst-/Bedrunken-seins nicht wirklich mag, hab ich nach einem Sektglas, einem blauen, extrem süße Irgendwas und zwei Gläsern Wein strikt "Nein" gesagt, als Nelson mir noch ein Glas Wein besorgen wollte. Es half durchaus, dass der Wein nicht gerade einer der besten war, aber die wenigsten werden dort Wein trinken. Für mich ist das viel, will ich nur anmerken. Jedenfalls war ich danach lockerer beim Tanzen und es hat wirklich Spaß gemacht. Bis auf Nelsons Beharren, dass Graham (ein weiterer von Justines Brüdern) neidisch ist und ihn dauernd weggeschickt hat, wenn er in unsere Nähe gekommen ist (ich möchte anmerken, dass die beiden beste Freunde sind) Es ist nicht gerade lustig, wenn man Gegenstand eines (wenn auch nicht sehr ernsten) Streits ist und dann (typisch ich) versucht die Wogen wieder zu glätten.
Kleine Anmerkung am Rande: Wieder einmal nein, da ist nichts mit einem der beiden, wieder nur gute Freunde mit denen man echt Spaß haben kann und die es verstehen zu tanzen!
Irgendwann, viel viel zu spät, war es mir schließlich genug und ich meinte, ich würde gehen und bräuchte das Ticket für meinen Mantel. Nelson meinte wir sollten noch bleiben, aber durch die ganze laute Musik war mein Gehör schon so beeinträchtigt, dass ich nicht wirklich verstand warum (wie sich herausstellte, hat der Club wenig später zugemacht) Schließlich hat er aber klein beigegeben, ist aber selbst noch geblieben. Owen (der den ganzen Abend nichts getan hatte also herum zu stehen und zu schauen, und nichts zu trinken) und Graham haben gleich gemeint, sie würden mich heimbringen. Ich war durchaus darauf eingestellt, ein Taxi zu nehmen, aber die Variante war sehr nett.
Schlussendlich haben mir Nelson und einen Karton Hühnerbeine doch noch mitgenommen, wobei wir in meinem Haus gegessen haben. Eugene war glücklicherweise gerade erst am Schlafengehen und Levana und Charlotte sind für ein paar Tage heimgefahren (diese gemeinen Menschen haben schon wieder Lesewoche!) Das Essen hat nicht lange gedauert, dennoch war es vier, als ich im Bett lag und wie das bei einer Mischung aus Flo und Alkohol ist, war an langen Schlaf nicht zu denken und so sitze ich hier um 10:35 (meine Zeit) und beende einen langen, langen Blogeintrag. (immerhin konnte ich bis neun Uhr schlafen und heute heißt es früh ins Bett!)

Ich wünsche euch eine schöne Zeit und freue mich schon auf die, die ich in einem Monat in Österreich sehe!
XO Florentina

PS: Kleiner Blumengruß (soweit ich weiß ist es daheim kalt und winterlich)

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