Donnerstag, 7. Oktober 2010

Jurisprudence

Hallo!

Ich beginne heute mit einer kleinen Erinnerung nach Österreich: Bitte vergesst nicht, dass ich eine Stunde hinter euch herhinke, wenn es bei euch also acht Uhr in der Früh ist, ist es bei mir erst sieben. Ich freue mich über SMS, aber es kann sein, dass sie mich um diese Uhrzeit aufwecken.
Für mich ist das auch immer sehr schräg. Mir passiert es nur eher, dass ich jemanden um Mitternacht aufwecke. (Kommt auch nicht immer gut)

Zu meinem sonstigen Tag:

Glücklicherweise konnte ich nach der sehr netten SMS noch einmal einschlafen (Zimmer Richtung Westen haben echt Vorteile) und so hatte ich noch eine nette Stunde voll Schlaf bevor ich wirklich aufstand.
Dann kam erst einmal Morgenroutine dran (habe brav Hui Qing Gong gemacht, damit meine Schultern nicht zu verspannt sind).
Schließlich setzte ich mich an den Computer und tippte noch schnell die Notizen für Jurisprudence heute ab. Ist einfach viel leichter, wenn man es schön geschrieben und mit Farbe hat.
Leider brachte mich das ein wenig in Stress, musste Haare föhnen auch noch und einpacken.
So war ich ein wenig spät dran für die Uni, als auch noch der Briefträger gerade dann kam, nachdem ich schon mein Fahrrad herausgeholt hatte. Ich musste also durch unseren Durchgang sprinten und die Post durch die Vordertüren schmeißen, dann war ich auf dem Weg. Ich kann dem Postmenschen nicht böse sein, schließlich klopfte er wegen meiner Bücherbestellung. (Mal wieder nicht juristische Bücher!)

Brigitte hatte mit Family Law zum Glück noch nicht angefangen. Aber ich werde wirklich über ein Diktiergerät nachdenken, ich kann nicht so gut mitdenken, wenn ich mich abgehetzt habe und aus der Puste bin. Mein Hirn braucht dann ein wenig Zeit um in den Arbeitsmodus zu kommen und ich bin sicher, das war nicht mein letztes zu spät sein.
Nach der Vorlesung habe ich sie noch einmal wegen der Fälle gefragt, aber sie meinte, ich müsste ohnehin nicht alle durchlesen und es ist perfekt, dass ich all die anderen gelesen habe. (Ich darf mir also stolz selbst auf die Schulter klopfen) Wir haben auch bis zum 1. November die Aufgabe einen 1200 Wörter Essay zu schreiben, wird nicht benotet, ist aber eine gute Übung für die Klausur. Ich werde mal sehen, wie es mir damit geht.

Dann hatte ich einmal Pause, der Tag war schön und ich wollte mich wieder mal an den Square setzen, nachdem ich mir die Hosenklemmen gekaufte hatte, die das Radfahren erleichtern. Aber oh Schreck, keine Geldbörse, als ich zahlen wollte. Kurz überlegt, heute habe ich sie nicht eingepackt, gestern hatte ich sie in einer anderen Tasche. Was tun? Ich brauche meine Unikarte für die Bibliothek, sonst komme ich nicht rein. Nun, was blieb mir anderes übrig, ich bin auf mein Rad gestiegen und wie eine Verrückte nach Hause gedüst, hab mir mein Geld geschnappt und bin zurück gedüst.
Kleine Notiz: Merke, packe niemals deine Sachen, wenn du im Stress bist, durchaus möglich, dass du etwas Wichtiges vergisst.
Merke des weiteren, es kann durchaus sein, dass man, wenn man das schnelle Treten den Hügel hinauf nicht gewohnt ist, ein wenig wacklig geht danach. Aber das vergeht.
Nach meiner hoffentlich nicht täglichen Zusatzsporteinlage durfte ich mich endlich in die Sonne setzen und mein Lunchpaket genießen. Es ist natürlich etwas komisch, wenn fast alle anderen in Gruppen dasitzen, aber es ist auch total nett zu beobachten, wie sie sich verhalten. Ich werde nicht müde das Zuschauen zu genießen. Obwohl ich mich doch immer wieder sehr über die Fellstiefel mancher Studentinnen wundern muss. Mir war schon in meinen neuen Eccoschuhen warm.
Ich habe auch ein wenig gearbeitet und mir Gedanken zu den Fragen im Jurisprudencebuch gemacht.
Außerdem habe ich es heute endlich geschafft etwas auszudrucken, ich weiß also, wie es funktioniert. Juhuuu!

Ich hatte mich mit der Zeit vertan und gedacht, ich hätte nur zwei statt drei Stunden Pause zwischen den Kursen, aber kam zum Glück rechtzeitig drauf und wechselte nur meinen Platz auf den Stufen, um wieder voll in der Sonne zu sitzen.
Schließlich machte ich mich auf den Weg zum Rechtsphilosophiekurs. Ein paar andere waren schon da und sie sehen sehr nett aus. Es ist nur eine kleine Gruppe, was sehr angenehm ist. Viele Erasmusstudenten. Auch Bizhan kam zum Kurs, also ein bekanntes Gesicht!
Der Professor ist nett, heißt Stathis Banakas und ist Grieche. Das macht es ein wenig schwieriger ihn zu verstehen, aber es passt gut zu dem Fach, denn wer wäre ein besserer Philosoph als ein Grieche mit Aristoteles und Co. als Vorreiter. Hier der Link: http://www.uea.ac.uk/law/Staff/All+People/Academic/sbanakas

Der Kurs ist auch keine Vorlesung, sondern eine allwöchentliche Diskussionsrunde über die wichtigen Fragen des Rechts. Durchaus interessant, zur Zeit noch schwierig, schließlich weiß ich nicht viel über englisches Recht. Aber wir machen auch Kelsen durch und wenn ich zu dem nichts sagen kann, sollte man mir wohl wieder meine Note im öffentlichen Recht aberkenne.
Wir müssen auch eine 3000 Wörter Kursarbeit schreiben bis zum Ende des Jahres. Zu irgendeinem Thema, was durchaus nett ist, aber auch ordentlich schwierig, wenn man absolut keine Ahnung hat. Ich bin nur froh, dass ich so viel Zeit habe! Dann kann ich mal das Buch durcharbeiten und werde schon eine Idee haben, zu was ich schreiben will.
Die heutige Diskussion zu dem Fall von Kannibalismus war wirklich sehr interessant. Die meisten fanden es unmoralisch, dass sie ihn getötet haben, um ihn zu essen, aber es hat für alle nicht so sehr gepasst, dass die anderen sonst auch sterben müssten.
Einer meinte, sie hätten ihm ja auch nur ein Bein nehmen können, statt ihn gleich umzubringen. (Ich kann nur sagen: Igitt! Und nicht wirklich nett, immerhin lebt er dann ständig in dem Wissen, das essen zu sein.)
Wird auf jeden Fall ein sehr interessanter Kurs, und Stathis war hoch erfreut über die vielen internationalen Studenten. Aber wenn ihr seine Beschreibung durchlest, seht ihr, dass er ein absoluter Weltreisender ist.

Ansonsten habe ich nur eines meiner neuen Bücher angefangen. Morgen wird weitergearbeitet.
Wünsche euch eine gute Nacht!
XO Florentina

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