Donnerstag, 30. September 2010

Letzter Septembertag

Für alle, die die Tage zählen, es sind jetzt nur noch 80 (oder 81) Tage bis ich wieder in Österreich weile!
Wie doch die Zeit vergeht.

Nun, ein kleiner Nachtrag zum gestrigen Abend:
Statt früh schlafen zu gehen (was ich hätte tun sollen) oder noch ein wenig EU Law zu lesen (wäre auch viel klüger gewesen), ging ich mit Eugene, Charlotte und Hannah (einer Studentin aus deren Kurs) in die Stadt zu einem kleinen Konzert (ein Freund von Charlotte hatte seinen Auftritt) Die Entscheidung fiel mir leichter, weil Eugene meinte, er ginge früher heim.
Als wir dort ankamen, war nicht wirklich was los (sollte auch nicht viel mehr werden) und es war offensichtlich gerade Pause. Kurze Zeit später startete aber die erste von zwei Einmann-bands, die ich sah. Wenn ich Band sage, klingt das komisch, aber er stand dort mit E-Gitarre und hatte sein Macbook daneben, wo all die Hintergrundmusik gespielt wurde. Teilweise war es gut, teilweise sehr schräg. Am skurrilsten war sein letzter Song, wo er nur einen kleines, blinkendes Gerät in der Hand hatte und diesem erstaunlich viele Töne und Geräusche entlockte. Seine ganze Konzentration war auf dieses Ding gerichtet, er hat nicht einmal aufgeschaut. Nach einer weiteren Pause ging es dann weiter mit Charlottes Freund aus London. Musik und Stimme sehr gut, auch kein Laptop, aber ein Minigerät auf der E-Gitarre, mit der er verschiedene Klänge einstellen konnte. Eugene und ich sind nicht lange mehr geblieben und ich muss sagen, ich war froh. Die Musik war nicht weltbewegend, aber am meisten gestört haben mich die Amateur-Gruselkurzfilme, die daneben gezeigt wurden. Man schaut automatisch hin, auch wenn man nicht will und ich mag echt keine Ungetüme mit Riesenzähnen im Keller, die Menschen verschlucken. BÄHHH!

Jetzt aber zum heutigen Tag:
Ist nicht wirklich viel Neues passiert. Eugenes Paket von Amerika ist endlich gekommen, er hatte sich schon große Sorgen gemacht. Natürlich klopfte der Postbote bei "meiner" Eingangstür an. Aber ich war auch heute wieder früh auf, also kein Problem (außer, dass ich noch im Nachthemd war)

Um viertel nach elf fuhr ich mit meinem Rad zur Uni, habe meinen rumänischen Kommilitonen wieder einmal getroffen. (Den sehe ich echt häufig) Dann habe ich ein paar Dokumente (ua den Brief für die Bank) in der Teaching Office abegeholt und reklamiert, dass mein Advisor (Prof. der für mich zuständig ist) im Internet gelöscht wurde. Wie immer versprachen sie mir sich darum zu kümmern  (was auch schnell gemacht wurde)

Afterwards (I have to write a little bit English for you) I had my second Family Law Lecture. I think it was better this time and I didn't feel alone in the room because I sat next to Natasha. We learned a lot about cohabitation and that unmarried couples who live together don't have many rights. The time ran very fast and so I could go and do all the important things, like buying my book for Jurisprudence (= Rechtsphilosophie) I have to read the first chapter till Thursday, and opening a bank account at Barclays. Then I had a lot of time left to sit in the sun (today it was warm again) and try to read my new book. (Unfortunately I thought I have to read the second chapter)
I really like sitting at the Square and watch the students walking around. You see everything, from very warm boots to tiny sandals, from Jackets to T-shirts, from people drinking coffee to eating lunch or learn.

Irgendwann entschied ich mich zum Jusgebäude zu marschieren, da ich mich für einen Termin mit meinem Advisor (sie hatte mich noch in der Liste und sandte gestern E-Mails aus) einzutragen. Sie ist die Professorin, die Family Law unterrichtet, sehr nett, wenn auch manchmal etwas unorganisiert.
Anschließend ging ich in die Bibliothek, weil ich endlich mal die Formulare für das Gesundheitszentrum am Campus ausdrucken muss (hab's auch heute nicht geschafft, aber ich muss mir erst das Druckersystem erklären lassen, ist ziemlich verwirrend) Aber zumindest habe ich begonnen, die Fälle für Family Law durchzugehen und mir Notizen zu machen.
Zum Glück erklärte mir mein Buddy, dass ich die Seite auch von zu Hause aufmachen können sollte, sodass ich doch nicht Stunden in der Bibliothek verbringen muss. (Ich hab's gerade probiert, es funktioniert!!!) Kann jetzt auch nach Zeitungsartikeln im Internet suchen. (Dürfte ich das bitte behalten???)

Fast vergessen: Kurz war ich auch bei Dr.Bike, um mir meinen Sattel höherstellen zu lassen. Jetzt ist es besser, nur leider wird dadurch der Sattel immer noch nicht weicher. Ich habe keine Ahnung, warum der Erfinder des Fahrrades etwas so unbequemes entwickeln musste. Weiß das wer von euch?
Am Ende meines Unitages war noch EU Law, das war heute ein wenig schneller, als beim letzten Mal, aber immer noch leicht verständlich. Interessant ist es noch nicht, weil es noch um die Institutionen geht, aber irgendwann muss ich's lernen. Es ist aber lustig, das alles aus englischer Sicht zu sehen, wird alles ganz anders eingefärbt. :)

Das war's auch schon für heute, die nächsten drei Tage sind frei, mal sehen, ob da irgendwas passiert.
Ich wünsch euch eine schöne Zeit
XO Florentina

PS: Mein Rad! (Bild von gestern)
Hat es nicht eine schöne Farbe

Das ist unser Hinterhof (wir teilen ihn mit den Nachbarn)

Mittwoch, 29. September 2010

En garde buddy!

Ok, nein, ich habe meinen Buddy nicht herausgefordert, aber der Titel ist so ziemlich die Kurzform von dem was ich heute getan habe.
Aber eines nach dem anderen.

Zuerst einmal hat sich meine innere Uhr aufs früh aufstehen umgestellt. (Manchmal fürchte ich mich vor mir selbst, denn das sollte doch nicht von einem Tag auf den anderen gehen, oder?) Auf jeden Fall, wurde ich um sieben Uhr wach und war sehr engagiert, also habe ich die Mitschrift von den gestrigen Vorlesungen abgetippt. Danach war ich wieder müde, aber es war schon viertel neun und da konnte ich nicht wirklich wieder schlafen gehen.

Beim Frühstück traf ich Lévana und wir machten aus uns um 11 an der Uni zu treffen, um die ganzen Sport Clubs zu begutachten. Irgendwie flog die Zeit dahin und schließlich war ich spät dran und entschied mich trotz Regen mit dem Rad zu fahren. Ich nehme an, wenn ich den Weg zur Uni mindestens 5 Tage die Woche mit dem Rad zurücklege, werde ich durchaus Beinmuskulatur zulegen, da das erste Stücke den Hügel hinauf ist. Wenigstens der Heimweg ist leicht, da geht es bergab. :)
Ich kam zu früh, aber der Raum mit den Ständen war schon offen und ich schaute ein bisschen drinnen herum bevor ich wieder vor die Tür ging. Gleich am Eingang liefen viele Cheerleader und Rugbyspieler herum, offensichtlich sind diese Clubs wirklich sehr beliebt. Keine Angst, das wollte ich nicht machen. Als Lévana immer  noch nicht auftauchte, ging ich mal zum anderen Eingang, da ich nicht sicher war, ob wir den gleichen gemeint hatten. (Dort wäre sie auch gewesen, nur ganz draußen, und ich war noch im inneren Teil des Gebäudes)
Also schlenderte ich drinnen wieder herum. Es gibt wirklich viele Clubs: Capoiera (sie hatten ein Video bei ihrem Stand und es ist einfach unglaublich, wie diese Leute in der Luft herumspringen), Fußball, Korfball (fragt mich nicht was das ist), Wintersports (fahren mindestens einmal im Jahr nach Frankreich), Sailing (klingt cool, aber beansprucht eine Menge Zeit),....

Schließlich fand ich den Fencing Club (= Fechten) und sprach mal mit den Leuten. Sie klangen sehr nett, haben es gut erklärt und praktischer weise habe ich Mittwochs immer frei. So kam es, dass ich mir die Sportversicherungskarte (braucht man für jeden Kurs) holte und Mitglied im Fechtclub wurde. Nächsten Mittwoch ist meine erste Stunde, ich bin schon sehr neugierig wie das wird.
(@ Papa: Ich gebe dadurch mein vielleicht nur einmal wöchentliches Schwimmen nicht auf, das könnte ich Freitags vor meinem Kurs immer machen. Man kann also sehen, ich bin schon wieder voll im planen)

Irgendwann fand mich Lévana und ich begleitete sie zum Badmintonclub. Sie fragten auch mich, aber kleiner Ball und Flo mit Schläger passt einfach nicht zusammen. Ich könnte in die Frauenfußballmannschaft gehen, aber das habe ich schon getan und ich will etwas Neues probieren. Außerdem kam ich nach England um zu lernen. Und ich kann nur sagen, das werde ich auch sicherlich tun. Allein die 800 Seiten für EU Law, die ich zumindest für die Seminare lesen muss, auch wenn ich kein Examen habe.

Dem Rat meiner weisen Mutter folgend bin ich heute wieder mal in der Mensa essen gewesen. Da bei mir alles der Reihe nach schimmelig geworden ist (außer die Karotten, die halten schon 3 Wochen und das macht mir echt Angst) und ich in den nächsten Wochen den größten Teil des Tages am Campus bleiben werde, warte ich mit meiner normalen Kocherei bis sich alles eingespielt hat. Bis auf Nudeln und Reiszeug. Gekochte Kartoffeln zB werden warten müssen, die brauchen so lange.
War wieder sehr lecker, vegetarisches Chilli dieses Mal und es hatte durchaus eine gewissen Schärfe.

Anschließend machte ich mich auf den Weg zur meiner provisorischen Lawschool, um das Fehlen einer Vorlesung auf meinem Stundenplan erneut zu reklamieren. (Am Abend war sie drinnen, dafür leider aber auch zu viele Seminare in EU Law und Criminal Law, ich darf also morgen wieder hin.) Vor dem Meeting mit meinem Buddy hatte ich immer noch Zeit, also machte ich mich auf die Suche nach allen Gebäuden in denen ich Vorlesungen oder Seminare habe. Sie liegen ziemlich weit auseinander, aber zum Glück haben wir immer 10 Minuten Pause.

Schlussendlich ging ich zum Treffpunkt und fand meinen Buddy, Natasha, sie war letztes Jahr in Schweden um Jus zu studieren und ist nun da um uns zu helfen, wenn wir Probleme haben. Ein fünfzig jähriger Student aus den Niederlanden (aber aus dem Irak stammend), Bizhan (spricht man Bitschan) stieß auch noch zu uns und dann machten wir uns auf die Suche nach einem angenehmen Sitzplatz (wir landeten schließlich in einem Meetingraum in der Bibliothek). Natasha ist sehr, sehr nett, mir durchaus ein bisschen ähnlich (sie findet sich des öfteren auch in der Position des Türstehers) Wir saßen ungefähr 2 1/2 Stunden zusammen, die meisten Probleme hatte Bizhan, aber auch ich kam im Laufe der Zeit auf ein paar Fragen. Beispielsweise kann man hier die Professoren mit dem Vornamen ansprechen, was in Österreich undenkbar wird. (Da wird man schon abgekanzelt, wenn man nicht alle Titel einer Person weiß.) Außerdem gibt es ein Wordlimit für die Kursarbeiten (meist max. 3000 Wörter) und es werden Punkte abgezogen, wenn man zu viele hat. Da werde ich wirklich aufpassen müssen!
Nett ist, dass ich mit Natasha gemeinsam Family Law habe, dadurch sehe ich sie zweimal die Woche sicherlich.

Irgendwann konnte ich mich aber auf den Heimweg machen, es hatte zum Glück aufgehört zu regnen und nach einem Einkaufsabstecher war die Fahrt auf dem Rad heim sehr angenehm. Besser, als ich dachte.

Dienstag, 28. September 2010

First lectures!

Hello!

Since already two people have complained about my writing in German, I will start and write in English. I hope, I don't make too many mistakes.

What happened today:
All in all I was at campus all day.
First, I had to be there at then to the appointment for a bike. I was there on time (and that although I had left the house a little bit too late), the responsible person, however, was not. I had to wait ten minutes, but then I got a nice green bike. I have to buy lights and I hope I get a basket for bag, but it has thicker wires, thus it should be easier to cycle during the winter (maybe). At my way home this day I recognized that I sit too deep, but I need help to make it higher. Hopefully I can get the help tomorrow at Dr.Bike.

Do you want me to continue in English? No?

Me neither, it's late and much more difficult to concentrate so much.

Also, weiter geht's auf Deutsch :)

Nachdem ich mein Rad gekauft hatte, benutzte ich zum ersten Mal (und mit ein bisschen Disziplin nicht zum letzen Mal) in meinem Jahr auf der Insel die Schwimmhalle im Sportspark.
Sie ist echt riesig: zwei 50m Becken, eines 1,20m, das andere 1,80m. Zuerst ergab sich nur das Problem, dass es mir am richtigen Kleingeld mangelte und ich schon im Badeanzug dastand. Glücklicherweise wurde ich von einer sehr netten Person gerettet, ich denke, sie ist auch eine Studentin. Auf jeden Fall schenkte sie mir 20 Pence, damit ich nicht in die Eingangshalle rausmusste.
Danach waren die 40 Längen kein Problem mehr.
Zweites Problem erst nach dem Schwimmen: "Kluge Flo" hatte ihre Bürste vergessen. Ich bemühte mich die Haare so gut es geht mit den Fingern durchzukämmen, aber das ist mit so vielen Haaren gar nicht so leicht. Schlussendlich blieb ich eben unfrisiert (ich wollte nämlich nicht heimfahren, nur wegen der Bürste), man hat es aber nicht wirklich bemerkt.

Meine Wartezeit auf meine erste Vorlesung war danach sehr angenehm, da es heute zum ersten Mal nicht regnete und richtig warm war. Ich übernahm schnell die Angewohnheit der UEA Studenten uns setzte mich auf die Steinstufen rund um den Springbrunnenplatz (the Square) in der Mitte des Hauptcampus. Dort ist es echt voll, sobald das Wetter schön genug ist, überall sitzen Studenten in Gruppen und plaudern. Irgendwann spielte ein (ich glaube von der Students Union engagierter) Musiker sogar unten am Platz und sang Lieder wie "Ain't no sunshine". War eine richtig nette Hintergrundmusik zu meinem Versuch ein wenig weiter in meinem EU Law Buch zu lesen. (Sobald ich alle Bücher habe, werde ich sie einmal fotografieren, damit ihr seht, was ich in dem Jahr wirklich tun werde: Lesen!)

Bevor meine erste Vorlesung anfing, traf ich Lévana, die zufällig zur gleichen Zeit an nahezu denselben Ort musste, wie ich. Sie ging nur noch schnell zur Bank, wo ich den rumänischen Jusstudenten wieder traf und dann mussten wir uns zu unseren Hörsälen beeilen. Meiner war ganz schön voll und ich wollte mich nicht ganz vorne hinsetzen (und dabei Leute aufscheuchen, damit ich in die Reihe kann), was sich als Fehler erwies.
Die Professorin hat nämlich eine eher leise und hohe Stimme, außerdem spricht sie manchmal in die falsche Richtung und meist ziemlich schnell. Daher hatte ich so meine Schwierigkeiten alles zu verstehen. Zum Glück hat sie uns die Powerpointfolien ausgedruckt und am Freitag sollte es das Buch geben, dann kann ich alles nachlesen.
Ich will gar nicht darüber nachdenken, was ich alles nachlesen muss. Ich werde wohl meist ein wenig hinterher hinken.
Ach ja, hier eine Seminarfrage zu Family Law: "The legislature should not only keep some of the provisions on nullity, but also vastly rationalize and reform this area of the law" Aufgabe: Discuss fully.
Verstanden? Nein?
Ich auch nicht. (Das wird richtig lustig!)

Nach dieser einen Stunde war ich etwas deprimiert. Ich hatte nicht angenommen, dass ich sofort perfekt sein würde. (Ich hoffe, das haben mir die drei Jahre Uni mittlerweile abtrainiert) Aber ich dachte auch nicht, dass es so schwer werden würde. Am meisten haben mich die Studenten erschreckt, die all die als Beispiel angeführten Fälle kannten. Hey, das ist die erste Vorlesung, Leute! (Und die Bücher sind noch nicht erschienen!)

Der SocMart, ein riesiger Raum voll Ständen mit verschieden Studentengruppen an der UEA, war auch nicht gerade eine Aufmunterung. Der Raum war so voller Leute, dass man fast nirgendwo hinkonnte. Ich habe es geschafft Mitglied der International Students Society und der Erasmus Students Society zu werden. Obwohl ich nicht ganz sicher war, ob ich das will, vor allem will ich nicht alle Parties besuchen, aber sie haben ein paar nette Events, die ich wohl mitmachen werde.
Danach habe ich mich nach draußen gezwängt und war fix und fertig.

Auch das Sitzen am Square brachte keine Aufmunterung, vor allem, da eigenartig Menschen unten Schaukämpfe mit Plastikschwertern zeigten. Drama Society oder Circus Society, nehme ich an.
Also bin ich an den "Broad" (= Campus See) gegangen und habe mich dort auf eine Bank im Grünen gesetzt. Irgendwann fand ich wieder zu mir selbst und wurde ruhiger. (Ich merke das immer dann, wenn ich wieder Kleinigkeiten, wie Wassertropfen auf den Grashalmen oder Marienkäfer entdecke)

Schließlich musste ich wieder zurück in den Bienenstock, da meine erste Vorlesung in EU Law stattfand. Vor dem Hörsaal traf ich Julia, die mit Frederike (einer italienischen Jusstudentin) zusammensaß (@Maria: ihren Akzent hätte ich nicht erkannt, aber es war auch ziemlich laut und sie spricht wirklich gut Englisch) Später kam auch noch Su (die Türkin) dazu und wir haben uns richtig nett unterhalten und sind im Hörsaal nebeneinander gesessen.
Ich hatte die Freude, sie mit dem Textbook für den Kurs zu schocken. :)
Diese Vorlesung war besser. Ich denke, vor allem, da die Professorin weiß, dass mehrere Erasmusstudenten zuhören.

Danach ging ich kurz zu ihr, um zu fragen, ob sie weiß, warum ich nur eine Vorlesung pro Woche auf meinem Stundenplan habe, aber sie meinte nur, ich solle in die Teaching Office, wo sie mir sagten, dass es normal aussieht, was es offensichtlich nicht ist! Sie meinte nur, ich solle nochmals hin.
Grund für die Probleme: Sie haben ein neues Stundenplanprogramm online und haben noch nicht richtig ausgearbeitet, wie es funktioniert. (Ich weiß nicht, warum die Unis immer dann neue Programme haben, wenn ich dort anfange?)
Draußen trafen Julia, ihre französischen Freunde (es sind wirklich viele Franzosen unter den Lawstudents) auf Lévana. Das brachte für mich leider keine Erleichterung, denn sie sprachen alle immer noch nur französisch. Es ist richtig schräg, wenn man bei einer Gruppe von Leuten steht, die reden und man nur "Blablabla" versteht. Manchmal teilten mir Julia und Lévana mit, worüber sie gerade sprachen, bringt mir aber auch nicht viel.

Bald darauf haben wir uns aber auf den Heimweg gemacht. ERSTES MAL LINKS FAHREN!
Leider hatte ich auch noch kein Licht, und es wird wirklich immer dunkler. Aber die Engländer sind sehr nette Autofahrer und so sind Lévana und ich heil daheim angekommen. Grenzt an ein Wunder, denn bei ihrem Rad (hat irgendein Student im Hütterl hinterm Haus gelassen) gingen die Bremsen nicht wirklich und der Sattel war zu hoch für sie. Ich hätte ja getauscht, aber ich fahre mit keinem Rad, dessen Bremsen  nicht funktionieren!

Das war's auch schon von meinem Tag

Maybe I will write an English post once a week, so we all have a little bit of practice.
Tell me what you are up to, would be nice to know!!!

X Florentina

@Verena: Danke fürs Kommentar!!! Ich wusste gar nicht, dass die Uni Salzburg so etwas hat, da muss ich doch glatt einmal reinschauen :)

Montag, 27. September 2010

The Beginning!

Hallo, heute bin ich mal wieder brav! :)

Wie ihr schon wisst, musste ich heute früh aus dem Haus gehen, genauer gesagt um 7:45. Ich war dann doch zu früh dort, aber je länger das Semester dauert, desto später werde ich hinkommen, zumindest ist das meine Erfahrung in Salzburg. Lang ist das erste Semester ja nicht, nur 12 Wochen.

Zugleich mit mir kamen auch noch ein paar andere Studenten an, die eindeutig Erasmusstudenten sind, obwohl ich das anfangs bezweifelte (sie sprechen viel zu gut Englisch für meinen Geschmack) Mit der Zeit füllte sich dann auch der Seminarraum, insgesamt sind es glaub ich 40 Erasmusstudenten an der School of Law. Neben mir im Meeting saß eine Studentin aus Berlin (hab nicht viel mit ihr geredet, musste ja zuhören) und Julia (die Studentin aus Frankreich)
Viel Neues habe ich bei dem Treffen nicht gehört, außer dass die eigentlich School of Law renoviert werden muss und daher ins Blackdale Building (war früher eine Volkschule) umgesiedelt werden muss. Finde ich voll fies, ich mag das andere Gebäude lieber, aber da kann man nichts machen.
Außerdem weiß ich jetzt, dass die meisten Seminare (jede Woche 2 Stunden Vorlesung und alle zwei Wochen zusätzlich eine Stunde Seminar, zumindest in den Fächern der ersten zwei Jahre) in Gruppen von jeweils nur 12 Studenten stattfinden. Ich bin neugierig wie das in so einer kleinen Gruppe ist. Auf jeden Fall muss ich nun sicher reden. Aber eigenartiger weise war es bisher immer so, dass ich gerne diskutiere, manchmal bin ich nur zu langsam.
Oh ja, und ich bin draufgekommen, dass mein Criminal Law Kurs für die im ersten Jahr ist (ich werde also wahrscheinlich mehr über Jus wissen, als meine UK Kommilitonen), EU Law ist zweites Jahr und meine anderen drei sind Fächer aus dem dritten Jahr (für viele das letzte Jahr an der Uni, die meisten spezialisieren sich dann. Ich hoffe, die Professoren sind nicht zu streng! Andererseits wusste ich, dass es nicht leicht wird)

Danach war Registrierung, es dauerte ziemlich lange, aber dadurch war Zeit, dass ich eine Türkin (sie meinte, wir sollen sie Su nennen), einen Rumänen und einen Schweizer kennen lernte. Alle sehr nett, mit den ersten beiden habe ich auch Criminal Law zusammen. Eigenartig ist nur, dass bei ihnen die meisten englischen Fächer auch angerechnet werden, obwohl es so anders ist. Daher machen fast keine EU Law. Aber es ist nett zumindest ein paar andere Studenten zu kennen und ich denke im Laufe der Zeit kommen weitere hinzu. Ich habe auch ein paar andere von ihnen mit deutschem Akzent englisch sprechen hören, bin aber nicht mehr dazu gekommen, sie zu fragen, woher sie kommen. Ihr wisst, wie schüchtern ich meistens bin. Außerdem mag ich es viel lieber, wenn alles so kommt, wie es sich fügt.
Meine zwei Studentenausweise (irgendwie ist der aus Salzburg farbenprächtiger) :)
Nach der Registrierung sind Julia und ich zum Sportspark, um unsere Ausweise registrieren lassen, damit wir billiger reinkommen. Ich denke die Tageskarte (für eine Aktivität, also zB Schwimmen) ist durchaus billig, aber die Jahreskarte für nur Swimmingpool ist 150 Pfund. Das muss ich mir noch überlegen, kommt es doch auch darauf an, wie oft ich hingehe. Schließlich muss ich lernen, und eigentlich will ich auch Geige spielen (auch wenn ich noch keine Lehrerin habe)

Anschließend habe ich bei der Transport Office wegen dem Fahrrad vorbeigeschaut, aber die haben mir nur ein Zettelchen mit der Nummer in die Hand gedrückt. Also habe ich angerufen und für morgen um 10 einen Termin ausgemacht. Später bin ich draufgekommen, wie dumm das war, da ich erst nachmittags meine erste Vorlesung habe. Aber vielleicht gehe ich dann gleich morgen zum ersten Mal schwimmen, wäre schön.

Ich bin auch noch zur Bibliothek gegangen und hatte Glück einen Computer zu bekommen, denn jetzt sind wirklich viele Studenten hier, vor allem all die Kleinen, die sich noch nicht so recht auskennen. :) Und ich fragte im Buchgeschäft nach meinem Rechtsphilosophiebuch, weil ich bis nächste Woche schon das erste Kapitel lesen soll. Ich hatte keinen Titel, sie hatten keine Leseliste des Fachs, aber ich musste nur meine E-Mailadresse angeben und sie kümmerten sich um alles und jetzt habe ich den Titel und weiß, dass es Ende der Woche hier sein sollte (muss also am Freitag auch zum Campus, aber vielleicht habe ich da schon ein Fahrrad, dann bin ich zumindest schneller)

Schlussendlich bin ich um 12 aber heimgegangen, ich hatte einfach nichts mehr zu tun an der Uni und das Wetter war zu schlecht, um sich draußen hin zu setzen (ständig Nieselregen, man braucht nicht wirklich einen Schirm, wird aber trotzdem irgendwie nass)
Daheim war es nicht mehr sehr aufregend mein Tag. Zuerst bin ich ins Bett gefallen und habe geschlagene zwei Stunden geschlafen. :)
Zumindest war ich nachher wieder besser aufgelegt. Wenn man müde ist fühlt man sich selten wirklich gut und glücklich, habe ich herausgefunden.

Mein Abendessen (Süß-saures Putenfleisch, @Maria: Paprika war leider nicht mehr so gut, weiß aber nicht, ob nicht von vornherein. Sein Fehlen hat dem Gericht aber nicht geschadet) habe ich heute mit Lévana (durch Facebook weiß ich jetzt, wie man ihren Namen richtig schreibt *g*) geteilt, da ich Unmengen hatte und morgen meine Kohlsprossen (auch wieder zu viel, kann man die gekocht einfrieren??) essen muss. Es ist hier wirklich schwer kleine Mengen zu bekommen.

Tja, das war's auch schon von mir.
Ich hoffe ihr seid schon neugierig, wie mein erster Kurs läuft!
XO Florentina

Nachtrag 26.Sept.: Shoppingtour

Sorry again. (Hört sich irgendwie an wie "Oups, I did it again", was ja auch der Wahrheit entpricht)
Nun ja, aber man muss die Gelegenheit nutzen, seine Mitbewohner und neue Leute kennen zu lernen, daher war ich am Abend nicht zu Hause.

Zu meinem Tag:

Er begann sehr gemütlich, da ich am Vorabend viel zu lange gelesen hatte und endlich mal wieder länger schlafen konnte, habe ich das "ausgenützt" (war um halb 8 munter, aber immer noch besser, als an den vorigen Tagen) Mein Zimmer war eisig (schon in der Nacht, daher nahm ich eine sehr liebe Person als Beispiel und hab mir Socken im Bett angezogen. Ich kann nur sagen, die wirken Wunder, denn ich habe endlich einmal wieder die Nacht durchgeschlafen), daher habe ich mir mein Buch ins Bett geholt und gelesen. Nachdem ich die letzte Seite gefressen hatte (ich kann Rowan Coleman nur empfehlen, mein Buch hieß "The happy home for broken hearts"), war es immer noch kalt und so bin ich noch eine halbe Stunde einfach liegen geblieben, bis ich mich zwang aufzustehen.
Immerhin hatte ich mir vorgenommen einen wärmeren Mantel zu kaufen (und auch einen Schirm). Das Wetter war leider miserabel und nach einer schön wärmenden Schüssel Porridge beschloss ich bis zu einer Regenpause zu warten.

In der Zwischenzeit stand auch unser Partygirl (Levanna) auf und ich fragte sie kurzerhand, ob sie nicht mitkommen wollte. Solche Situationen sollten mir helfen, mich nicht mehr für sie verantwortlich zu fühlen, dachte ich. Und wir hatten eine wirklich gute Zeit.
Wir streunten durch ein paar der billigeren Geschäfte, mit der typisch englischen Mode (viel zu dünn und flatterig, für meinen Geschmack) und landeten dann bei einem meiner Lieblingsgeschäfte, dass praktischerweise auch eines von ihr war: Esprit.
Ich hatte in den anderen Läden durchaus Mäntel gesehen, die passten, wenn auch nicht unbedingt perfekt waren (der eine hatte eingenähte Schulterpolster, absolut nicht mein Ding!) Hier aber wurde ich fündig! Ein schwarzer Daunenkurzmantel (noch sind keine Federn rausgekommen, also weiß ich nicht, ob wirklich welche drinnen sind) wurde es schlussendlich und zusätzlich fand ich eine voll nette und kuschelige Sweatjacke, die ich am Abend unter meiner Regenjacke anzog, und die auch wirklich warm ist, nur eben alleine unbrauchbar für Regenwetter. :)
Kurz darauf fand ich auch noch ein Outdoorgeschäft, die doch glatt einen Rucksack-Regenschutz hatten! Ein sehr erfolgreicher Einkaufstag, kann ich nur sagen.

Leider regnete es wirklich stark als wir aus dem Chapelfield Einkaufszentrum rauskamen und es war ungemütlich trotz meines neu erstandenen Schirms. Also schlug ich vor einen Kaffee oder Tee (Levanna mag keinen Tee. Falsches Land, oder?) trinken zu gehen und wir landeten im Starbucks, die wirklich gute heiße Schokolade haben.
Schlussendlich mussten wir uns aber doch vom Regen durchweichen lassen. :(

Nach einem kleinen Lunch (und meinem letzten Essen für den Tag, hatte absolut keinen Hunger) schlug ich doch tatsächlich mein EU Law Textbook auf und las ein paar Seiten. Nicht viele, ich war müde und es ist anstrengend. Einige Male musste ich Wörter nachschlagen, und damit dauerte es noch länger. Glücklicherweise habe ich in dem Fach kein großes Examen am Ende des Jahres!

Zwischendurch kam Charlotte von ihrem Trip nach London (und Kurzurlaub im Süden von Frankreich) zurück und schlug vor, dass wir alle etwas trinken gehen könnten, in den Union Pub am Campus. Sie hatte einen Freund aus London, der auch an der UEA studierte und noch eine andere aus ihrem Kurs, die sie auch treffen wollte.

Ich war mir nicht ganz sicher, aber schlussendlich ging ich trotz Regen mit. Warm eingepackt und mit Kapuze machten wir uns also um acht auf den Weg in einen, wie sich herausstellte absolut vollen Pub. Dadurch war es auch viel wärmer, als erwartet und ich hatte mich auch noch warm angezogen. Aber man gewöhnt sich an alles, und irgendwann gingen die ganzen "Kleinen" (18-jährige Freshers) zu ihrer Freshers Icebreaker Party. Levanna verabschiedete sich auch irgendwann und ging dorthin.

Charlottes Freund Dave brachte noch einen weiteren Studenten mit, englisch, aber glaube ich indische Wurzeln (oder sowas in die Richtung), wenn auch absolut englischen Akzent, studiert Spanisch und war letztes Jahr nördlich von Barcelona. Dave studiert Business Development oder so ähnlich. Beide sind sehr nett, ich habe sogar irgendwann die Scheu verloren (könnte am Bierkonsum liegen. Nein, nur ein Witz!) mit ihnen zu sprechen und es entstanden richtig nette Gespräche. Auch Ruth (eine Irin, die Creative Writing studiert und anscheinend schon Bücher publiziert hat) ist sehr nett und schwungvoll. Leider saßen wir in dem blauen Teil (der andere ist rot) des Pubs und dort wird die Musik viel lauter aufgedreht, sodass ich nicht immer hören konnte, was die anderen sagten. Aber ich hatte dennoch eine gute Zeit.

Um 11 wurden wir hinaus geschmissen, Sperrstunde! Glücklicherweise, da ich heute ja schon um halb 9 an der Uni sein musste.

Der Post von heute kommt ein wenig später, habe jetzt Hunger!
XO Florentina

PS: @Maria: auch im Bus ist es kalt, also kein Erfrierungsschutz! (Danke für die SMS)
PPS: @Verena: Dankeschön!!! Mein erster Kommentar!! Es hat funktioniert!

Sonntag, 26. September 2010

Nachtrag 25.Sept.: Ein wirklich voll gefüllter Tag

Hallo und entschuldigt, dass mein Post einen Tag später kommt, als geplant. Einerseits war ich gestern wirklich müde und andererseits hatte google gerade dann Probleme meine Seite zu laden, als ich schreiben wollte, dankenswerterweise.

Zu meinem Tag:

Gestern war der zweite Tag vom Orientationprogram und so bin ich in der Früh aufgestanden und zur Uni gegangen (wobei ich nass geworden bin von dem Regen, der aus dunklen Schleierwolken gefallen ist, während zugleich die Sonne schien und viel blauer Himmel zu sehen war. Wenigstens der Regenbogen war wunderschön!) Diesmal war ich zu früh (nicht so wie am Freitag, wo wir fast zu spät waren), aber ich bin auch allein gegangen, weil Levanna erst nach Mitternacht heimgekommen ist. Irgendwie habe ich bei ihr mehr das Gefühl, auf sie aufpassen zu müssen, als wäre sie 14 und nicht nur ein Jahr jünger, daher war ich besorgt, als sie nicht heimgekommen ist und habe so leicht geschlafen, dass ich sie schlussendlich ins Haus kommen hörte. Ich hoffe, das Gefühl legt sich, schließlich bin ich nicht für sie verantwortlich und sie ist durchaus erwachsen.

Die Präsentationen am Vormittag waren wieder sehr lustig und interessant. Wir haben beispielsweise gelernt, wie man Engländer kennen lernt. Man geht nicht einfach hin, stellt sich vor und fragt nach dem Namen des anderen, denn das schreckt sie ab (wenn ich ehrlich bin, könnte mich das auch abschrecken, wenn plötzlich wer auf mich zukommt, die Hand ausstreckt und sagt: Hallo, ich bin Mark. Und wie heißt du?) Bei Engländern macht man es über eine Einleitung, und zwar eine, die sich für sie sicher anfühlt: Man spricht über das Wetter. :) Und ich muss sagen, man kann den ganzen Tag über das Wetter hier sprechen, denn es ändert sich ständig. Am Schluss, kurz bevor man gehen muss, sagt man dann noch schnell: Oh, ich hab deinen Namen nicht mitbekommen.
Ganz schön kompliziert, oder? Zusätzlich darf man auch nie widersprechen und sagen, bei uns in Österreich kann es viel kälter werden (was ich zur Zeit bezweifle, aber nur, weil unsere Heizung eigenartig ist) Er hat es uns sogar trainieren lassen und dadurch habe ich meine Sitznachbarin, eine griechische Postgraduatestudentin kennen gelernt, leider habe ich ihren Namen vergessen, irgendwie ähnlich wie Sojanka. (Aber bei Namen kann man mich im Großen und Ganzen vergessen, ich merke sie mir nur, wenn ich auch eine Geschichte dazu habe, keine Ahnung warum. Ist aber auch unwahrscheinlich, dass ich sie so schnell wieder sehe, weil ich ganz was anderes studiere)
Warum wir das alles gehört haben? Ganz einfach, internationale Studenten lernen hier eher andere internationale als britische Studenten kennen, da letztere einfach nichts so sehr interessiert sind, uns kennen zu lernen, erstere aber nach jeder neuen Bekanntschaft und Erfahrung suchen.

Insgesamt haben sich alle sehr viel Mühe gegeben, uns die Informationen in einem möglichst interessanten Weg zu vermitteln. Nur die International Student's Society war eindeutig auf Mitgliederfang und das ist nicht unbedingt mein Ding. Aber das werde ich in der nächsten Woche noch öfter miterleben, denn da machen sich dann alle Societies auf die "Jagd".
Vor der Erasmusrede habe ich auch Levanna getroffen und danach (in der Lunchpause) hat sie mich Julia, einer französischen Jusstudentin, mit der ich zumindest EU Law zusammen habe, vorgestellt. Durch sie haben wir auch Vicky (eigentlich Vicknette  oder so ähnlich, aber sie weiß schon, dass sich das keiner merken kann) kennengelernt, sie ist aus Norwegen und studiert Politik. Und alle sind mindestens ein Jahr jünger als ich! Na ja, macht nichts, ich bin mit ihnen Lunch essen gegangen in die Mensa am Campus und ich kann nur sagen, das Essen war ausgezeichnet, billig und man bekam eine riesige Portion. Ich werde nicht ständig dort essen, aber sicher hin und wieder.

Danach ging ich mit den zwei Französinnen (und ich kann nur sagen, es ist frustrierend, wenn die plötzlich anfangen in ihrer Muttersprache miteinander zu reden) erst zum Ticketverkauf für die unzähligen Parties an der UEA, Levanna wollte sich ein paar kaufen, und zur Bibliothek gegangen. Ich hatte eine Stunde lang nichts zu tun und so kam ich wenigstens einmal in die Bibliothek, wenn auch nicht zu den Büchern, sondern nur zu den PCs.

Nachdem ich meine Uni-e-mails durchgesehen hatte, lockte mich allerdings der Sonnenschein hinaus und, nach einem kurzen Stopp im Buchladen wegen einem Buch, das sie nicht hatten, machte ich mich auf den Weg zu unserem See. Leider wurde ich schnell aufgehalten, da es wieder einmal zu regnen begann (richtiges Aprilwetter, kann ich nur sagen) Daher wartete ich die letzten 15 Minuten im Warteraum vor dem großen Hörsaal auf die weiteren Präsentationen, die leider nicht unbedingt spannend waren, aber so weiß ich immerhin, dass die School of Law eigene Sprachkurse haben soll.

Glücklicherweise war die zweite Präsentation früher aus, denn ich hatte mich mit Justine und Silke (einer deutschen Studentin aus meinem Sprachkurs in Great Yarmouth) in der Stadt verabredet und so eilte ich schnellen Schrittes zum Bahnhof. Dafür brauchte ich eine Stunde (ich freu mich schon so sehr auf ein Fahrrad, auch wenn Norwich Hügel hat), langsam gewöhne ich mich an die langen Strecken.
Zu dritt sind wir dann in einen Pub in Flussnähe gegangen, echt riesig und hoch. (Und ich hab noch nie einen so extrem großen Toilettenraum gesehen, sogar bequeme Hocker und Balkon!!!) Wir haben viel geplaudert, bis einige der Fans der Canaries (Fußballmannschaft von Norwich, dank Steffi weiß ich, dass sie in der zweiten Liga spielen) in den Pub strömten. Da sie sich wie typische Fans aufführten, deren Mannschaft gewonnen hat, wie ich aber gerade herausgefunden habe, hatten sie mit 0:2 verloren. Anscheinend war es dennoch ein gutes Match und nur mit dem Glück der Canaries haperte es ein wenig.
Auf alle Fälle war es zu laut und wir sind dann noch ein wenig in der Stadt herumgegangen, trotz Regen. Es war aber ganz schön kalt und so setzten Justine und ich Silke am Bahnhof ab (sie fliegt heute heim) und fuhren dann zu Asda. Das ist der absolut größte Supermarkt hier, wo es wirklich alles gibt (von Kleidung, über Bücher, Waschmaschinen, bis hin dreimal so viel zu essen, wie in jedem anderen Geschäft und das extrem billig) Justine hat sich angeboten, mich mit zu nehmen und heimzubringen, da dieses Monstrum am Rand der Stadt liegt und einfach nicht ohne Auto erreicht werden kann und ich sonst in der Stadt kein Glück mit den Staubsaugersäcken hatte.

Am Ende bin ich mit mehr als nur den Säcken herausgekommen, wahrscheinlich mehr, als ich wirklich brauche, aber man kann durch sowas nicht einfach durchgehen, ohne zuzugreifen.
Leider habe ich dann auch meinen Schirm in ihrem Auto vergessen, ein fataler Fehler in England, und sie lebt nicht gerade in unmittelbarer Nähe. Aber ich wollte ohnehin einen größeren Schirm, den werde ich heute besorgen und werde hoffentlich nicht waschelnass.

Bis wahrscheinlich heute Abend!
XO Florentina

Freitag, 24. September 2010

Orientationprogram Day 1

Hallo!

Heute hatte ich mal wirklich was an der Uni zu tun, mein Jahr steht also in den Startlöchern!!!
Zuerst war es zum ersten Mal wieder seit langer Zeit ein Tag an dem Früh aufgestanden werden musste, verhältnismäßig, gegen Schulzeiten ist halb sieben immer noch spät. Ich habe es sogar geschafft vor dem Klingeln meines Weckers aufzuwachen. Ich bin richtig stolz auf mich, es geht also noch.

Levanna war ein wenig spät dran, aber kurz nach halb neun sind wir losmarschiert. Es war ein wenig bewölkt und kühl, aber zwischendurch kam die Sonne durch und ich hoffte schon auf schönes Wetter. (Wäre nicht das erste Mal, dass die Wetterfrösche falsch liegen) Wir haben das haus sogar vor Eugene verlassen, ich dachte nicht, dass das möglich ist. Aber der hat auch entschieden, die Orientierungstage für internationale Studenten nicht zu machen, sondern... ihr braucht nicht rätseln, es gibt nur einen Ort an den er geht, natürlich die Bibliothek!
Wir sind sogar einigermaßen pünktlich hingekommen, aber Levanna ist schnelles Gehen eindeutig nicht so gewöhnt wie ich, daher nahm ich meine Geschwindigkeit auch zurück. Der Hörsaal war nahezu voll und es ist ein wirklich großer Hörsaal. Später hab ich vom Vize-vizerektor (glaub ich zumindest) gehört, dass die 2000 Studenten an der UEA aus 110 Ländern kommen. Echt multikulti, kann ich da nur sagen. Ich habe heute noch keinen deutschen Akzent gehört, aber das wird vielleicht noch kommen. Erstaunlich viele rothaarige (ich denke echte) habe ich aber entdeckt. In Salzburg sind die meisten Studentinnen blond (nicht alle echt allerdings), zumindest habe ich immer den Eindruck bei Jus (vielleicht haben zu viele Natürlich blond gesehen)

Die Reden waren insgesamt sehr interessant, alle haben sich bemüht und waren sehr nett. Der Doktor vom Gesundheitszentrum war cool und sehr witzig. Er hat uns allen prophezeit, dass wir die Grippe bekommen werden und wenn, dann wird es höchstwahrscheinlich die Schweinegrippe sein, aber keine Angst, an der Grippe stirbt man nicht, zumindest nicht in den UK. Haha. Ich hoffe zwar, ihn nie zu brauchen, aber ich werde mich am Mittwoch dennoch registrieren gehen, man kann schließlich nie wissen und sonst kann es sein, dass man ewig wartet.
Auch das Securityteam und die Polizei haben sich vorgestellt. Für alle, die sich Sorgen machen, weil ich so ganz allein in der großen, bösen Stadt lebe: Norwich hat die geringste Kriminalitätsrate von den Städten in England und die UEA ist die sicherste Uni des UK. Beruhigt?

Insgesamt habe ich in den fast 2 1/2 Stunden viel zu viel gehört, um mir alles zu merken, aber anders als die meisten Studenten habe ich zumindest bei den für mich wichtigen Punkten Notizen gemacht. Absolut genial war, dass ich alles verstanden habe und das lässt mich hoffen. Ich denke zwar, dass sie sich heute bemüht haben, weil nur internationale Studenten da waren, aber dennoch waren es ganz viele verschiedene Akzente, die es zu verstehen gab.
Ich glaube, Levanna ist zwischendurch einmal eingedöst neben mir und einige Studenten sind früher gegangen (und keiner kann mir einreden, dass die alle zur Registrierung mussten), aber ich fand es wirklich interessant, wenn auch ermüdend, weil ich bemühte konzentriert zu bleiben. Das ist schwer, wenn man so viel anderes auch im Kopf herumwälzt.

Sobald es zu Ende war, sind alle hinausgeströmt. Draußen war zu sehen, dass es geregnet hatte und ich dachte schon, toll, das war's dann vielleicht für heute mit dem nassen Wetter. Leider habe ich den Wettergott gestern wohl doch verärgert, denn kaum hatte ich die Bücher im Uni-bookshop (habe jetzt schon meine Monsterschweren Bücher für Criminal Law und European Law) bezahlt, sah ich, dass es draußen wirklich niederprasselte (bucketing down, oder eher nicht so nett pissing down, wird das hier genannt) Also saß ich fest, denn bei dem Wetter wollte ich keine halbe Stunde zu Fuß heim gehen. Zuerst dachte ich, ich könnte in eine der Banken schauen und mich erkundigen, aber diese Idee hatte nicht nur ich, und daher war es dort sehr voll. Also bin ich zum Potts and Pans market gegangen. Ein von der Students Union organisierter Markt bei dem Secondhandkochgeschirr billig verkauft wird. Ich brauchte nichts, aber es waren auch andere Stände da und so hatte ich, als ich das Gebäude wieder verließ, meinen Laptop für das Jahr versichert und mir all die Infos geholt, die ich brauche, um ein Fahrrad zu bekommen. Am Montag rufe ich an und vielleicht wird es dann schon was.

Dennoch war draußen noch kein Ende des Segens von oben in Sicht, also bin ich doch in eine der Banken (Barclays), die war praktischerweise gerade fast leer und man nahm sich meines Problems (der Aufenthalt von nur 9 Monaten) sofort an. Coolerweise haben die nur ein Minimum von 6 Monaten, gaben mir gleich den Brief, den die School of Law ausfüllen muss, damit bestätigt wird, dass ich Studentin bin und so werde ich wohl doch ein Konto eröffnen. Macht einiges leichter und wahrscheinlich sogar billiger, auf lange Sicht gesehen. Allerdings muss ich mir dann noch eine Zahlenkombination merken (ich hoffe, sie ist leicht) und ich darf die Nummer meiner alten Bankomatkarte nicht vergessen während meinem Aufenthalt hier (das ist mir einmal schon fast passiert, sehr unangenehm, kann ich nur sagen)

Danach habe ich meinen ein wenig kindischen Wünschen nach einem Unipullover nachgegeben:
Mein schöner neuer roter Pullover der UEA!

Keine Ahnung, warum ein Hase am Ärmel ist, aber ich finde ihn cool.
Ich wollte immer schon einmal einen solchen Pullover haben, aber von der Unisalzburg gibt es einfach nicht wirklich welche (obwohl ich zwei in dem einen Souvenirshop gefunden habe, aber leider nicht in netten Farben und alle haben mich ausgelacht, als ich meinte, ich hätte gerne einen) Es gibt in Österreich einfach nicht die Kultur dafür, dabei hätten die Unis das Geld bitter nötig!

Nach meinem großartigen Einkauf entschied ich mich im Unionpub ein wenig zu warten und habe mir zur Feier des Ges ein Shundy (ich weiß immer noch nicht, wie man es schreibt) gegönnt. Schlussendlich war ich aber damit fertig und das Wetter nicht besser, wenn es auch nicht mehr stark geregnet hat, gab es dennoch genug Wind, um das auszugleichen. Ich habe mich also doch auf den Heimweg gemacht und bin in eine große Lacke getreten. :(
Glücklicherweise am Campus direkt gegenüber der Busstation, wo auch ein Bus wartete, der in meine Richtung fuhr. Ich leistete mir die Fahrt (2,20 Pfund, deutlich teurer als in Salzburg) und mir wurde zum Dank einiges von Norwich gezeigt, denn der Bus fährt es hierhin und dorthin, bis er irgendwann wieder bei mir vorbeikommt. Vielleicht wäre ich zu Fuß wirklich schneller gewesen, aber es war kalt und nass und die Busfahrt war ganz angenehm. Kurzzeitig habe ich mir überlegt ein Jahresticket zu kaufen, aber ich bin noch am Überlegen, denn bei Schönwetter gehe ich sicher zu Fuß und auch in der Früh will ich nicht unbedingt auf einen Bus angewiesen sein. Das erste Verlangen danach entsprang wahrscheinlich nur meiner Müdigkeit nach einem vollgefüllten Tag.

Ich werde sehen, was die nächste Zeit so bringt, ich habe immer noch Zeit, es mir zu überlegen.

Damit verabschiede ich mich für heute
XO Florentina

Donnerstag, 23. September 2010

In allen meinen Modulen genommen!!!!

Hallo!

Ja, ich weiß, dass ich habe gerade vorher erst gepostet, aber das hier ist einen eigenen Post wert!
Ich darf alle meine Firstchoice Kurse machen, also werde ich mich ein Jahr lang mit

  • European Law
  • Jurisprudence (Rechtsphilosophie)
  • English Criminal Law
  • English Family Law
  • English Intellectual Property Law 
beschäftigen!
Juhuuuu! Mein Mix ist durchgegangen!

Ich hoffe, ihr habt eine ebenso gute Zeit, wie ich!

Einkaufen bei Regen

Da bin ich wieder!

Auch heute war kein wahnsinnig aufregender Tag. Aus irgendeinem Grund bin ich richtig früh aufgestanden und durfte dann auf unseren Neuankömmling warten, da ich ja versprochen hatte, sie mit in die Stadt zu nehmen. Das Wetter war wie angesagt sehr bewölkt und ich war sehr neugierig, ob wir wirklich nass werden würden.

Daher habe ich brav einen Schirm und eine Regenjacke in meinen Rucksack gepackt, als wir gegen Mittag wirklich losgezogen ist. (Wie sie so lange schlafen konnte, weiß ich nicht, denn sie hatte noch nicht einmal eine Decke) Noch sah das Wetter gut aus und erst einmal hab ich meinen Kram erledigt. Vor allem ein Freetalk and -text package für mein englisches Handy, ich werde aber auch so noch ein Top up machen müssen, da ich sonst nicht mehr viel Geld drauf habe. Dann wollte ich eigentlich einen Regenschutz für meinen Rucksack, aber den haben sie zumindest in dem einen Sportgeschäft nicht und ich kenne noch kein Outdoorgeschäft hier. Nun, ist nicht so wichtig, noch hab ich ja kein Fahrrad.

Als nächstes hab ich Levanna zu dem einen billigen Geschäft geführt, wo es alles gibt. (außer Angestellten, die einem weiterhelfen, aber hey, immerhin ist das Zeug nicht so teuer, oder?) Sie wollte aber auch noch zu Marks&Spencer, da Eugene dort seine Decke, Polster und Co. für 17 Pfund bekommen hat. Das geht wahrscheinlich auch, wenn man nicht wählerisch ist und wirklich das billigste nimmt, wenn man aber ein Doubleduvet und spezielle Farben bei der Bettwäsche will, dann wird es problematisch. Also sind wir wieder zurück zu dem anderen. Schlussendlich sind ist sie aber nur mit der Bettwäsche (und ich mit einem kleinen Wäschekorb) rausgekommen, da sie schauen wollte, ob der Supermarkt bei uns in der Nähe Bettdecken hat (hat er nicht, sie wird heute also nur mit dem Deckenüberzug schlafen, aber das ist zum Glück nicht mein Problem).

Nun war Lunchtime! Ich hab sie zu meinem Lieblingschina-takeaway gebracht. Gut, eigentlich kenn ich nur das eine, aber es ist wirklich gut und man kann für nur 4 Pfund zusammen mischen, was man will. Ich geh dort nicht ständig hin, aber die paar Mal bisher waren ein Genuss. Leider muss ich auch sagen, dass er besser ist, als die Chinesischen Restaurants daheim (obwohl ich dort nur weniger Chinesen sehe)
Auf jeden Fall habe ich mein Mahl wieder genossen, Levanna auch, es war nur ein wenig zu viel für sie (kleine Notiz am Rande: es ist wahrscheinlich ein Drittel von dem, was wir beim Chinesen bekommen) kein Wunder, dass sie so dünn ist!

Als nächstes hab ich sie zu meinem Lieblingsgeschäft geschleppt. Was ist das? Eh, klar Waterstone's (= eine Menge Bücher!) Im Prinzip wollte ich sehen, ob sie Bücher von einer Autorin haben über die ich im Internet gelesen habe (hatten sie nicht, sie ist Amerikanerin) Rausgekommen bin ich aber dann mit drei Büchern. Ich dachte nämlich, ich kann durchaus experimentieren und was Neues ausprobieren, also habe ich mir zwei sehr nett aussehende und interessante Bücher geschnappt und bin zur Kassa gegangen. Dort wurde mir gesagt, dass ich, wenn ich noch eines nehme, eines davon gratis bekomme. Und, was soll man sagen, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, also habe ich noch ein drittes Buch geholt (der größte Teil des Buches dreht sich um Eiscreme im 17.Jahrhundert. Und wie der Hersteller dieses Eises Scharen von Frauen damit verführt immer mehr von seinem Eis zu essen, bis er schon an Königshäuser geladen wird) :)

Draußen regnete es immer noch (deswegen hatte ich mir eigentlich mehr Zeit bei den Büchern gelassen) Allerdings ist das, was England bisher an Regen zu bieten hat ein Witz. Ich bin erst einmal in Great Yarmouth wirklich nass geworden, aber ansonsten ist es eher ein dahin Getröpfel. So auch heute. Nur selten musste ich auf meinem Weg wirklich den Schirm aufspannen. Aber ich will den Wettergott nicht verärgern und über ihn lästern, sondern hoffe das Beste auch für die nächsten Tage (ist leider auch Regen angesagt), denn da muss ich zum ersten Mal wirklich an die Uni. Orientierungsprogramm für internationale Studenten (um 9:15 geht's morgen los!)

Bevor wir uns auf dem Heimweg machten, sind wir noch bei Tesco eingefallen und ich war froh über meinem Rucksack, denn ich hab schon wieder so viel eingekauft. Aber wenn nicht wie sonst Mama oder Gernot am Wochenende kochen, muss ich selbst kreativer sein und Variationen einführen. Ich will nämlich wirklich nicht ständig das selbe essen (ist es nun das gleiche oder das selbe? Ich habe mir den Unterschied nie so ganz merken können) Heute habe ich also zB Couscous mit Gemüse gemacht, wobei ich Zwiebeln, Karotten, Mais, Erbsen und Tomaten in der Pfanne zusammengemischt habe und mit Paprika und Rosmarin gewürzt habe. War echt gut, nur ein Versuch, weil mich die Tomaten angelacht haben, daher war ich erstaunt, wie lecker es war. (Die Pfanne ist übrigens mein liebstes Kochgerät zur Zeit, man kann so viel damit machen!)

Zurück daheim war eigentlich nicht mehr viel los, außer dass ich Levanna zeigen musste, wie die Dusche oben funktioniert. Ist nämlich eine Elektrodusche und zum Glück bin ich gut im kombinieren (habe sie ja selbst nie verwendet) und entdeckte eine Schnur von der Decke, die den Strom anstellt. :)
Morgen habe ich sie wohl wieder an meinen Fersen, da wir gemeinsam zum Orientierungsprogramm in der Früh gehen. Danach allerdings werden sich unsere Wege trennen, da sie Registrationevent hat und ich wieder frei. Werde wohl die Zeit brauchen um auszuruhen, nach 2 1/2 Stunden Reden von verschiedenen wichtigen Leuten an der UEA. Ich hoffe, sie reden gut und außerdem würde ich gerne so viel wie möglich verstehen. Also ist das hier vor allem eine kleine Vorbereitung für die Vorlesungen. Weshalb ich mir vorgenommen habe gut aufzupassen.

Das war's auch schon. Bis demnächst
XO Florentina

Mittwoch, 22. September 2010

Das Erbe der Sozialpädagogikschule

Hallo!

Ich erinnere mich immer gern an den Satz von Mo: "In der Kindergartenschule wird man viel zu nett." Ich denke, das lässt sich ebenso auf meinen Zweig anwenden und das hat sich heute wieder gezeigt, aber dazu später.

Zuerst einmal hat mein Tag ganz wie immer angefangen. Außer dass ich Eugene heute in der Früh wieder einmal getroffen habe und mich nachher mit meinem Laptop ins Bett gesetzt habe. Ich musste ein paar E-Mails schreiben und das ist im Bett doch viel bequemer, vor allem wenn man noch nicht wirklich aufstehen will. Netterweise war dann auch Judy gerade online und wir haben ein wenig auf Facebook gechatet. Ein voll netter Tagesbeginn kann ich nur sagen.

Irgendwann war es aber dann doch Zeit aufzustehen und da mein Schlagobers aufgebraucht werden musste, habe ich heute wieder einmal Porridge gegessen (mit Rosinen, Schlagobers (na klar) und schwarzer Ribiselmarmelade, also nicht nur die Flocken) Das füllt so richtig den Magen, vor allem, wenn man noch ungeübt ist und ein wenig zu viel macht. :)

Später habe ich mich dann an die Arbeit gemacht das Bad zu putzen. (nur das untere) Wahrscheinlich macht mich das zu einer ungewöhnlichen Studentin, aber im Prinzip macht mir die Tätigkeit wirklich Spaß. Ich denke, meine Mutter hat mich darauf geeicht, weil ich als wir noch Wellensittiche hatten jede Woche das Bad putzen durfte und es auch danach meine Tätigkeit blieb. So etwas setzt sich richtig fest und man kriegt die Angewohnheit nicht mehr los. Zusätzlich sieht man aber auch den Dreck eher, als die Leute, die das nicht so oft machen. Bis auf den Fußboden habe ich alles geputzt, aber dort wollte ich erst saugen und wir haben keine Staubsaugerbeutel mehr. Die werde ich morgen besorgen, der Boden hat es nämlich schon bitter nötig.
Ich höre mich an wie ein Hausweiblein, dass immer alles sauber hält. Ich wasche, ich putze, ich sauge....
Aber wie gesagt, das macht mir wundersamerweise Spaß. Nur die Fenster müssen leider nicht geputzt werden. :) (nur ein Spaß)

Nach getaner Arbeit habe ich auf eine Antwort von Kerry Davis gewartet, die für die Fahrräder an der Uni zuständige Dame. Aber sie hat mir noch nicht zurückgeschrieben. Und da mein Guthaben eher zur Neige geht (und sich meine Kreditkarte nicht registrieren ließ) konnte ich auch nicht anrufen. Aber für die erste Zeit macht es mir nichts aus zu Fuß zu gehen und ich muss ja auch nicht jeden Tag zum Campus. Leider muss ich nächsten Montag schon um 8:30 dort sein, weil sich die Lawschool-erasmusstudenten schon vor dem Registrationevent treffen. Ich bin durchaus neugierig auf die anderen, aber das ist so früh! Da werde ich mal wirklich  meinen  Wecker benötigen.

Nachmittags bin ich dann wieder zum Campus gegangen. Es fühlt sich immer noch komisch an dort zu sein, da ich eigentlich nichts zu tun habe und auch keinen kenne. Heute waren die grauen Häuser kein Schock mehr und ich habe durchaus auch nette Plätze gefunden. (ein paar Wohnhäuser sind echt schön und wenn die Sonne auf die roten Weinblätter scheint wird daraus ein wunderbares Farbenspiel) Ich muss auch sagen, dass Eugene der Campus gefällt, aber so ist jeder verschieden.
Hier ein paar neue Fotos:
das ist eines der Studentenheime am Campus. Immer noch nicht viel Farbe, aber es muss total hell sein!
die meiner Meinung nach schönsten Studentenheime am Campus (ich weiß, ziemlich klein)

der See hinter dem Campus, wenn man will kann man auch rundherumgehen und die Spieglung war einfach schön
Lang bin ich nicht geblieben. Wie gesagt, fühl ich mich nicht so wohl. Aber zumindest weiß ich jetzt wo ich Montagmorgen hinmuss (das Gebäude ist nämlich auch etwas versteckt) und am Freitag beginnt auch schon das Orientierungsprogramm für die internationalen Studenten.

Ich musste ohnehin zurück, da ja unsere letzte Mitbewohnerin für heute angesagt war. Elaine, unsere Vermieterin hat sie vom Zug abgeholt. Ein echtes Service kann ich nur sagen.
Levanna ist nett, 21 Jahre alt, kommt aus Paris und hat eher asiatische, als französische Vorfahren würde ich sagen, zumindest der Schrägstellung ihrer Augen nach. Was sie genau studiert, weiß ich nicht, vielleicht Amerikanische Literatur, oder etwas in die Richtung, ich wollte nicht noch einmal nachfragen. Leider versteht man nicht alles, was sie sagt, aber für eine Französin spricht sie richtig gut englisch. Sie ist richtig spät gekommen, erst um 6 Uhr abends und hat weder Decke, Polster noch Bettwäsche. (das konnte sie auch nicht mehr besorgen, aber ja, wenn man an so etwas nicht denkt)
Dann aber schlug meine soziale Ader durch und ich habe ihr angeboten, mit ihr zum Supermarkt zu gehen, auch wenn ich selbst nichts von dort brauchte (so viel zu Mos Zitat!) Sie kommt mir auch irgendwie jünger vor (was sie auch ist, aber doch nur ein Jahr) Weniger was sie gefragt hat, aber eher, wie sie eingekauft hat, absolut ohne Plan. (darunter zwei Packungen Eskimoeis, sie liebt Eis) Und dass sie ihren Adapter ganz zu Hause vergessen hat. (gut, meiner war zu klein, aber wer hätte schon erwarten können, dass diejenigen, die diese Dinger herstellen nicht nachdenken?) Aber es ist ihr erster Tag, sie wird sich schon eingewöhnen. Dann sehen wir weiter.
Morgen geht sie wohl mit mir in die Stadt, da ich ohnehin ein paar Dinge besorgen will. Und da sie ebenso eine Erasmusstudentin ist, werden wir wohl auch zum Orientierungsprogramm gemeinsam gehen. Mal sehen, am Freitag ist es vor- und nachmittags das gleiche, ich bin mir immer noch nicht sicher, wann ich gehen will. Lange schlafen oder früher daheim sein? Hmmmm. :)

Das war's eigentlich auch schon wieder von meinem Tag, schreibt mir mal, was ihr so macht. (Testet, ob ihr Kommentare schreiben könnt)

Bis bald
XO Florentina

Dienstag, 21. September 2010

Ein erstaunlich warmer Tag

So, da bin ich wieder.

Und ich kann nur wiederholen, dass Wetterfrösche nicht gerade korrekte Vorhersagen abliefern. Als ich das letzte Mal im Internet nachsah, hieß es heute müsste es den ganzen Tag regnen. Nichts da, heute war ein absolut traumhafter Tag, warm, Sonnenschein, hin und wieder Wolken, aber an die gewöhnt man sich hier schnell. Nicht, dass man mich falsch versteht, ich war überaus glücklich über die strahlende Sonne schon in der Früh. Nur, dass ich nicht einfach hinausgehen konnte, da ich ja auf meinen größeren Wäscheständer warten musste.
Ich wartete also seit halb 8 Uhr morgens in meinem Zimmer, bin nur zwischendurch mal ins Bad und Frühstücken, habe aber bei jedem vorbeikommenden Auto aufgeschaut, ob ich vielleicht Glück haben könnte. Ich glaube, die Dame mit der Paketlieferung kam etwa um halb 11. Endlich!
Danach aber stürzte ich mich auf die Aufgabe des Zusammenbauens. Ich weiß nicht wieso, aber ich liebe es Sachen auszupacken und zusammen zu setzen. Die Firma Argos machte mir auch noch die Freude ein wenig herumexperimentieren zu müssen, da sie selbst zwei Teile falsch zusammengesetzt hatten. ;)
Aber auch das war irgendwann erledigt und dann blieb für mich nicht mehr viel zu tun. Außer das ich unwahrscheinlich müde war und dann doch glatt auf meinem Bett eingeschlafen bin, mitten am Tag. Klar tu ich das manchmal, aber eher dann, wenn ich grad voll viel zu tun habe und mich auspowere. Tja, hier scheint schon ein wenig aufregender Tag ermüdend zu sein. Vielleicht ist es auch das. Ich hab eigentlich nicht mehr viel zu tun und warte nur noch darauf, dass das Semester beginnt.

Später ging ich dann aber raus und ins Stadtzentrum, nicht weil ich etwas brauchte (außer Batterien für meinen Wecker), sondern einfach um unter Menschen zu kommen. In der Innenstadt von Norwich ist immer was los, nicht so viel wie Samstags, aber dennoch gehen Menschen hierhin und dahin und es gibt so viel zu sehen. Ich muss das nächste Mal unbedingt Fotos machen, die stelle ich dann hier rein.
Mittlerweile kenne ich mich zumindest rund um den Markt, die Castle Mall und das Chapelfield Einkaufszentrum schon richtig gut aus und ich weiß genau in welche Richtung ich gehen muss um zu bestimmten Läden zu kommen, wie WHSmith, für ein bisschen Papierkleinkram, oder Boots, für Batterien, oder Waterstones, um durch die Bücher zu schnuppern, obwohl ich es immer noch gemein finde, dass es nicht gerade viele amerikanische Autoren gibt, es sei denn sie wurden auch von einem englischen Verlag herausgebracht. (Versteht irgendwer, warum man etwas doppelt publiziert, obwohl es die gleiche Sprache ist?) Dadurch sind sie bei meinem Lieblingsautoren natürlich weit hinterher und ich wollte wirklich nicht noch ein Julia Quinn Buch kaufen. Also ging ich wieder ohne etwas zu kaufen. Für eine Lesesüchtige echt ein Fortschritt. :)

Das war es dann aber auch schon wieder mit meinem Ausflug in die Stadt, denn so sehr ich auch unter Leute wollte, macht mich das Herumlaufen unter so vielen Fremden müde und ich machte mich auf den Heimweg. Dort weihte ich meinen neuen Wäscheständer ein (bei dieser Wäsche konnte ich auch die Umdrehungen zurückschalten, sodass meine T-Shirts heil blieben, Juhuuu!)

Nicht gerade viel zu berichten, ich weiß, aber morgen kommt Levanna und da sollte ich mehr zu erzählen haben.

Bis bald
XO Florentina

Montag, 20. September 2010

Ein neuer Tag

Hallo!

Heute hab ich nicht einmal einen Titel, da irgendwie nicht besonders viel passiert ist. Dabei war ich dank Mama heute schon um viertel nach sieben auf und konnte mich auch nicht einfach umdrehen und weiter schlafen.
Eigentlich hatte ich große Pläne, denn ich wollte mal wieder hinunter in die Stadt gehen und noch ein paar Sachen besorgen. Eigentlich kann ich mich nicht so recht erinnern, was das war, außer einer Schreibtischlampe, die nicht unbedingt notwendig ist und einer Pfanne mit Deckel. (nicht so sehr für mich, sondern für Eugene, damit er nicht mehr den zu großen Deckel von meinem Topf benutzt. Spuren von Gasflammen schauen einfach nicht schön aus)

Es ist nicht wirklich was daraus geworden.
Zuerst habe ich die Post herein geholt. Da das eigentlich in meinem Zimmer ist, bin ich Postbotin! :) Die anderen könnten zwar herumgehen, aber ich bin immer schneller und sehe nicht den Sinn die Post der anderen liegen zu lassen.
Dabei war der Brief von Virginmedia mit unserer neuen TV-Kanalkarte. Da ich schon mal auf war, dachte ich, dass ich das gleich installieren kann. Es ist nämlich sehr nervig, wenn man den Fernseher aufdreht und ein paar Minuten warten muss bis die Erinnerung für die Kartenauswechslung verschwindet. Doch so eine Karte zu wechseln dauert ganz schon lange und wieder einmal gelten die Zeitangaben nicht. Es hat fast eine Stunde gedauert, statt 30 Minuten und noch einmal länger, weil sie Anweisungen haben, sollte es nach 30 Minuten noch nicht gehen, die ich natürlich befolgt habe. Tja, während ich also gewartet habe, konnte ich meinen größeren Wäscheständer bestellen, er wird morgen geliefert (daher kann ich von 7am bis 6pm nicht aus dem Haus, außer er kommt dazwischen einmal. Ich hoffe er kommt zu einer angenehmen Zeit) Und ich konnte an eine Bewohnerin vom letzten Jahr die Mitteilung schicken, dass sie Post bekommen hat, darum hat sie extra gebeten. Ich denke, sie wird den Brief auch morgen abholen.
Dann hab ich das mit der Karte noch einmal probiert, der erste Versuch dauerte ca. 45 Minuten. Der zweite Versuch gab mir immerhin die Gelegenheit QiGong zu machen und mir die Haare zu waschen. Ich war schon fast am Verzweifeln, und ganz sicher wollte ich nicht dort anrufen, als ich kaum war ich angezogen die Endnachricht am Bildschirm lesen konnte. Ich hatte es geschafft!!! Juhuuuu!

Zu der Zeit war ich fast am Verhungern, eigenartig eigentlich, denn in den Tagen davor hatte ich nie früher gegessen. Aber es macht schon einen Unterschied wenn man einmal früher aufsteht. Aufgrund des Buttermangels im Kühlschrank (gestern aufgegessen und zu faul neue zu kaufen), durfte ich heute endlich einmal meine Porridge-Flocken öffnen. Ich muss sagen, ich habe wirklich ein gutes Frühstück zusammengebraut. Aber jeden Tag ist das nichts, denn man darf eindeutig keinen Stress in der Früh haben, wenn man so etwas essen will (alleine das Abwaschen danach!) Außerdem bleibt der Schlagobers hier in England nur etwa 4 Tage frisch (zumindest gemäß Ablaufdatum), was das ganze schwierig macht, da ich nicht alle paar Tage zum Supermarkt deswegen rennen will. Und auch Toastbrot muss schnell gegessen werden, ich muss also immer genau überlegen, was will ich essen? Richtig akademische Höchstleistungen, meint ihr nicht auch? :)

Aber was soll ich sagen, heute war wirklich sonst nichts los, außer dass ich meine nächste Wäsche gewaschen habe (wobei aufgrund zu vieler Umdrehungen ein paar Nähte gelitten haben, aber man lernt aus Erfahrung), einkaufen war und endlich mal wieder Geige gespielt habe (immer noch mit Dämpfer, es war zwar niemand im Haus, aber die Wände zu den Nachbarn sind dünn, ich höre sie immer wenn sie die Treppen runterkommen)

Was sich endlich einmal machen lässt, ist, dass ich mein wunderschönes, wenn auch billiges Gemälde hoch laden kann:

Ihr habt natürlich keinen Vergleich, aber stellt euch einfach meine Stadt der grauen Türme bei Regenwetter und mit ein wenig roter Farbe vor. (ich hätte bei dem Bild wirklich depressiv werden können und werde Elaine am Mittwoch fragen, was ich damit machen soll, vielleicht darf ich es wegschmeißen!) :)

Außerdem kommt hier noch eine (wenn auch noch kurze) Beschreibung meiner Mitbewohner, da Verena urgiert hat, dass ich so wenig über sie erzähle:

  • Charlotte: Sie ist 26 Jahre alt, wird ein Jahr lang (wirklich 12 Monate) hier in Norwich ihren Master in Creative Writing machen. Ich weiß nicht woher in England sie genau stammt, aber die letzten fünf Jahre hat sie in London gewohnt. Sie hat für einen Verlag, ich glaube als Lektorin gearbeitet. Netterweise ein Verlag, der vor allem rechtswissenschaftliche  Bücher herausgibt. :) So ein Zufall, oder? (Sie hat mir erzählt, dass es so scheint, dass die meisten englischen Juristen, die etwas publizieren am Tag vorher irgendwas schreiben, um es hinter sich zu haben und nicht so intensive Recherche betreiben, wie die österreichischen. Kein Wunder, sie müssen auch nicht ständig zitieren.) Ich weiß nicht so Recht, was ich über sie schreiben soll, da ich nicht einmal eine Woche mit ihr zusammengelebt habe und sie gerade wieder in London ist. Auf jeden Fall war sie von Anfang an sehr hilfsbereit und ich hab wirklich gut mit ihr reden können. Sie hat uns andere zwei an meinem ersten Abend in der Bar auch auf die Getränke eingeladen, obwohl wir beide gemeint haben, wir zahlen ihr dass. Eugene glaube ich sogar zweimal. Sie ist "süchtig" nach Tee, so wie viele in Österreich nach Kaffee süchtig sind und trinkt 5 Häferl am Tag. Sie hofft, das Eugene sie mit seiner Disziplin ansteckt, sobald die Uni mal so richtig beginnt, was nur den Schluss zulässt, dass sie nicht so leicht den ganzen Tag in der Bibliothek verbringt. Oh ja, glücklicherweise mag sie Musik, was hilft, da sie das Zimmer über mir hat und am ehesten in den Genuss meiner Spielerei kommt, ist aber selbst vollkommen unmusikalisch. Zur Zeit fällt mir nicht mehr ein, ich werde aber mehr schreiben, sobald ich sie besser kenne. Ihr könnt auch Fragen stellen!
  • Eugene: Er ist 23, kommt (wie glaub ich schon erwähnt) aus Pennsylvania und wird ebenfalls den 12-Monatigen Master in Creative Writing machen. Er stellt sich jeden Tag den Wecker, damit er zwischen acht und halb neun das Haus verlassen kann, um an die Uni zu gehen und in der Bibliothek zu sitzen und dort ist er auch den ganzen lieben langen Tag. Letzten Freitag zum Beispiel meinte er, er wäre gern hinausgegangen, weil es so schön war! Warum hat er es nicht getan? Das weiß er allein, auf jeden Fall hat er noch nichts für die Uni zu tun. Er meint, er liest und schreibt für sich selbst, ich kann es nicht überprüfen. Das letzte Mal hat er etwas über ein Buch über Gothic-Romane im 19.Jahrhundert erzählt. Jetzt bitte kein falscher Eindruck: Er ist nicht selbst dem Gothickult verfallen und zieht sich ganz normal an. Er tanzt gerne, ich weiß aber nicht welche Musik, obwohl ich ihn mal nach seiner Lieblingsmusik gefragt habe, aber das war der erste Abend und ich war noch nie gut darin, mir die Namen irgendwelcher Sänger zu merken. Auch mit ihm ist es wirklich gut zu reden, wenn man einmal dazu kommt, da er, wie gesagt früh morgens aus dem Haus geht und erst um halb neun am Abend zurück ist. Lange Zeit, um in der Bibliothek zu sitzen, oder? Auch bei ihm kann ich nicht recht viel mehr sagen.
  • Levanna: Sie ist die Französin, die am Mittwoch kommt, ich glaube, sie ist zwanzig, bin mir nicht ganz sicher und da ich sie noch nicht kenne, kann ich auch nicht mehr über sie berichten.
Eines gilt für alle, fragt, wenn ihr noch etwas wissen wollt und ich werde mich bemühen zu antworten. Vielleicht schaffe ich es auch noch Fotos hochzuladen, aber die die mich kennen wissen, dass ich sehr schüchtern bin, wenn es darum geht, Menschen zu fotografieren.

Das war's auch schon für heute (ist doch wieder einmal eine lange Schlange an Buchstaben geworden) Ich wünsche allen eine Gute Nacht!
XO Florentina

Sonntag, 19. September 2010

erste Wäsche und Justine

Hallo alle zusammen!

Anders als gedacht, hat es heute keinen Tropfen geregnet. Es stellte sich also heraus, dass auch die Wetterfrösche in England nicht immer recht haben. Vielleicht sollten wir es einmal mit einem anderen Tier probieren. Ich denke, der Oktopus in Deutschland hat den Ausgang der Matches der deutschen Nationalelf während der WM sehr gut vorhergesagt. Wie wäre es also mit einer Wetter-Kohlmeise???

So, zu meinem nicht regnerischen Tag:

Nach einem langen Liegenbleibmorgen (Ich liebe meine zwei fast-nichtstu Wochen!) hab ich mich irgendwann aus meinem warmen Bett gequält und mich auf die Suche nach der Bedienungsanleitung für die Waschmaschine gemacht. Wir haben alle Anleitungen praktischerweise  in einer Lade in der Küche. Aber die erste Waschmaschinenanleitung die ich fand, war für ein anderes Gerät. Und beim schnellen Durchsehen fand ich keine andere. Gut, dachte ich, irgendwie müsste ich es auch so hinbekommen. Ich war dennoch unsicher und hab ein bisschen gewartet. Ein Glück, denn Eugene ist nicht so blind wie ich, und fand die Anleitung beim zweiten Mal durchsehen!!!
Also hab ich alles durchgelesen, will ja nichts ruinieren und dann begonnen meine Wäsche zu sortieren. Ist hier ein bisschen anders, als daheim, nicht Koch-/Buntwäsche und das andere Zeug sondern "Cotton", "Synthetics", "Woolen" und Zeugs wie das. Hat mich schon mal aus der Bahn gehauen, da nicht alle meine Sachen, die ich mit den Handtüchern waschen würde reine Baumwolle sind. Aber es gibt ja Mütter, die man anrufen kann und die dann sagen: "Du kannst ruhig all das gemeinsam waschen."
Gemacht, getan, die erste Maschine wird angeworfen. Zur selben Zeit schreibt mir Justine (meine Lehrerin in Great Yarmouth), ich könnte zwischen 2 und 3 zu ihr kommen. Ich schau auf den Timer der Waschmaschine, sollte sich ausgehen, wenn ich schnell bin und bin glücklich über meine Pläne für den heutigen Tag.

ABER: In England ist niemals alles so einfach.

Punkt 1: Glaube nie einer Waschmaschine, die die Zeit anzeigt, denn es kann sein, das für sie 2 Minuten 5 Minuten bedeuten. So war's auch, ich glaube, sie hat eine halbe Stunde länger gewaschen, als zu Beginn angegeben!! Was soll das, wofür wird dann eine Zeit angezeigt???
Gut, das Problem war schnell gelöst, SMS an Justine, es wird ein bisschen später.

Punkt 2 bzw. kleines Problem am Rande: Wasche nie neues oranges Badetuch mit neuem weißen Handtuch. Ergebnis: orange Flankerl über dem ganzen weißen Handtuch (Vorteil: jetzt passt es besser zu den anderen) Und zum Glück ist sonst alles glatt gelaufen, bei meinem ersten Waschdurchgang.

Punkt 3 bzw. kleine Notiz für alle, die überlegen nach England zu ziehen: Nur wenig Engländer benutzen Kluppen, sie hängen die T-shirts in der Hälfte über die Leine. Daher sind die Wäscheständer eher klein und wenn man doch Kluppen benutzen will (wie ich, ich will keine Falte in meinen Sachen), kann man weniger aufhängen.
Geplante Lösung: So bald wie möglich größeren Wäscheständer liefern lassen. (Leider haben sie ihn zur Zeit nur im Geschäft aber nicht in der Home-Delivery-Zentrale)

Punkt 4: Merke, nicht alle Busfahrer in Norwich kennen sich in der Gegend wirklich aus. So kann es passieren, dass sie zwar freundlicherweise an einer Busstation stehenbleiben, ohne dass du drückst, aber dann kannst du mitten im Nirgendwo stehen und 10-15 Minuten zu deinem Ziel gehen, statt einfach über die Straße, wie geplant. Nun, jetzt weiß ich, wo ich drücken und aussteigen muss. Obwohl ich nächstes Mal vielleicht versuche zu Fuß zu Justine zu gehen. Ist zwar ein ordentlicher Weg, aber machbar.

Punkt 5: Habe immer einen Stadtplan dabei, aber selbst dann kann es schwierig sein zu erfahren in welcher Straße du gerade bist. Denn in England steht der Straßenname nicht an jedem Haus, sondern oft nur am Anfang und Ende der Straße. Wenn man Glück hat auch bei einer größeren Kreuzung.
Zum Glück heißen die Busstationen manchmal wie die Straße und die Engländer sind sehr nett, wenn man sie fragt.

So, als ich dann aber mal bei Justine war, war es sehr nett. Ich wurde mit Tee bewirtet, wir sind zu einem wunderbaren Park gegangen und haben geredet und geredet. Danach sind wir noch bei ihr gesessen, haben über ihre Pläne nach China zu gehen und dort zu arbeiten geredet. Ich hab ihren Bruder Graham, er ist 21, kennen gelernt und dessen besten Freund (der denke ich ein bisschen älter ist, da er ein Kind hat und älter wirkt) Dieser kannte nicht einmal Österreich so wirklich, musste ihm ein bisschen Geographieunterricht geben (und das mit meinen bescheidenen Kenntnissen, zum Glück weiß ich alle Nachbarstaaten von Österreich) :)
Sie nennt mich übrigens Flor, find ich irgendwie nett den Spitznamen, mal was anderes als Flo. :)

Bin auch gut wieder heimgekommen, diesmal wusste ich, wo ich aussteigen muss! Meine Gegend kenne ich zum Glück. Und dann konnte ich schließlich noch Abend essen, und musste nicht wirklich kochen, dank der Reste von gestern. Es hatte also was gutes zu viel zu machen. (Muss jetzt aber noch abwaschen)

Mehr gibt es für heute nicht zu erzählen
Also bis demnächst, wenn ich wieder einmal von meinen großen Abenteuern in der Fremde berichte

XO, Florentina

Samstag, 18. September 2010

Landgutshaus und die Stadt der grauen Türme

Hallo!

Erste Nachricht: Ich hab's geschafft!!! Ich hab doch wirklich den Weg zur Uni gefunden.
Na gut, ich hätte mich fast wieder verlaufen, aber schlussendlich bin ich an der richtigen Stelle gelandet und wurde mit wunderbarem Sonnenschein belohnt.

School of Law von vorne
Der erste Weg den ich antrat, war natürlich der zur School of Law, die ist nämlich ein wenig abseits vom Campus. War aber nicht schwer, denn kaum kommt man zur Auffahrt, sieht man schon das Schild "School of Law, Earlhamhall" und die Abzweigung. Im Prinzip ist es dorthin kürzer, als zum eigentlichen Campus der UEA. Man geht an einer Straße entlang, die umgeben ist von Grünflächen und Bäumen und biegt um eine Kurve, bis man vor einem Gebäude steht, das eine bisschen wie das typische englische Gutshaus aussieht. Sehr romantisch, meiner Meinung nach und wie für mich gemacht!
Leider konnte ich nicht sehr viel näher ran, da zur Zeit noch irgendwelche Bauarbeiten gemacht werden. Sie sollten aber bis 27.September fertig sein, da ich dorthin zur Einschreibung muss.
Das Haus ist auch nicht unbedingt riesig, daher weiß ich nicht, wie viele Kurse tatsächlich dort stattfinden, aber das werde ich merken, sobald ich meinen Stundenplan habe.
Einstweilen bin ich einmal sehr glücklich über das Gebäude.

School of Law von hinten
Danach saß ich einmal eine halbe Stunde auf einer Bank im Earlhampark, in dessen Mitte sich die School of Law befindet. Eine riesige Wiese auf der Hunde frei herumtollen, am Rand riesige alte Bäume und ganz unten ein kleiner Fluss. Es ist wahrhaft eine Idylle und ich hoffe auf viele schöne Tage, die ich dort verbringen kann, meinetwegen auch mit einem juristischen Buch in der Hand und lernend. Macht mir alles nichts, dort fühl ich mich einfach wohl.

Irgendwann dachte ich, jetzt schau ich auch noch den Rest der Uni an, oder zumindest gehe ich zum eigentlichen Campus. Davor hab ich mir die School of Law aber noch von hinten angesehen und habe auch die Parkanlagen direkt daneben begutachtet. Kann mir irgendwer sagen welche Uni Parkanlagen hat??? Ich bin absolut baff.

Nach ein bisschen Herumgeirre war ich schließlich wieder auf dem Weg zur Hauptuni, entlang dem Sportpark, wo eine Reihe junger Menschen irgendein Spiel gespielt haben, bei dem man viel schreien und laufen muss, hab aber leider nicht viel gesehen. Die Sportanlage und -halle schaut aber sehr modern aus und vielleicht schaff ich es wirklich einmal schwimmen zu gehen oder eines der anderen Angebote auszunutzen.

Ein kleiner Teil der Stadt der grauen Türme
Dann kam ich schon zur Uni, war mir nicht ganz sicher, ob ich wirklich richtig war. Die Namen auf den Wegweisern sagten mir aber was, also ging ich weiter in die Stadt der grauen Türme hinein. Und sie ist wirklich grau. Für alle die entweder die Kindergarten- und Sozialpädagogikschule in St.Pölten oder die Akademiestraße in Salzburg kennen: Stellt euch das gleiche Material (grauer Stein/Beton, keine Ahnung was genau, und Glas) mal in absolut riesiger Ausführung mit verschiedenen Etagen, unzähligen Zwischenwegen, Ecken und Möglichkeiten sich zu verirren vor. Gut, ich gebe zu der eine Platz mit dem Springbrunnen und der wilde Wein an manchen Wänden ist schön und eine Gebäude hat sogar eine Holzfassade. Im großen und ganzen war ich aber geschockt und dachte die ganze Zeit: "Bitte, lass mich meine Kurse im anderen Gebäude haben, bitte, bitte, bitte." Ich war nicht lang dort und bin bald wieder zum Earlhampark zurückgekehrt, das war echt eine Wohltat danach.

Nun gut, wahrscheinlich ist es gar nicht so schlimm, wenn man sich mal auskennt, die Wege, Plätze und Gebäude voller Studenten sind und es nicht gerade regnet (grau in grau kommt einfach nicht gut) :)
ein Teil des Earlhamparks
Ich bemühe mich, das alles positiv zu sehen. Ich werde sicher in die Bibliothek müssen und es würde mich nicht wundern, wenn ich nicht auch einige Kurse dort hätte. Also werde ich mich daran gewöhnen.  Und ich finde sicher auch dort einen schönen Platz. Gut, ich vergaß zu erwähnen, direkt dahinter ist ein See und große Grünflächen. Was ich nicht verstehe ist, warum man dann nicht die Gebäude an die Umgebung anpasst. Aber ja, nicht alle Architekten achten wirklich darauf, leider.

Ich werde wieder hingehen, vielleicht am Montag, morgen soll es hier nämlich regnen, viel regnen. :(
Aber ich habe mir mein Los selbst ausgesucht, hätte auch auf Malta ein Semester studieren können.
Worauf ich nur warte, ist ein Fahrrad, das ich hoffentlich bald habe, weil der Weg ist lang, vor allem der Rückweg, wenn man müde ist. Dennoch bin ich froh, hier zu wohnen, denn ich würde nicht in der Stadt der grauen Türme leben wollen und so muss ich auch nicht dauernd mit dem Bus in die Stadt, sondern kann ganz bequem zu Fuß gehen.
Parkanlage der School of Law

Ansonsten ist heute nicht mehr viel vorgefallen, ich habe mir was echt leckeres zum Abendessen gekocht, leider wieder mal zu viel, das heißt ich habe es morgen auch, dabei hab ich auch noch sie anders zum Essen!

Und als Eugene heimgekommen ist, haben wir echt nett geplaudert. Er kommt aus Pennsylvania. Für alle ebenso großen Geographiegenies wie ich, das liegt im Osten von den USA, über Washington und er braucht "nur" 3 Stunden bis New York.
Charlotte ist zur Zeit in London, hat ja ihren Freund, ihre Familie und Co. dort und hat sich sehr auf die Zeit dort gefreut, aber so sind wir zur Zeit nur zwei im Haus, bis Mittwoch, wenn die Französin kommt, die Levanna heißt, wie ich mittlerweile herausgefunden habe.

Das war's auch schon von der Insel
Bis bald
XO Florentina

Freitag, 17. September 2010

Der schwierige Weg zur Universität

Hallo!

Schon mal einfach so drauf losgegangen obwohl einem bewusst ist, dass man nicht mehr weiß wo man ist? Ist einmal einen Versuch wert kann ich nur sagen. Oder auch nicht, je nachdem. Norwich ist durchaus eine schöne Stadt wenn man sich verläuft. *gg*

Wie es dazu kam?

Nun, nachdem ich mich endlich einmal dazu gezwungen hatte zum Campus zu gehen und mich dort umzusehen, habe ich meine Tasche gepackt und bin losgezogen.
Ohne noch einmal auf den Stadtplan zu schauen, denn die Richtung war mir ja klar.
Ich ging also munter drauflos. Es war ein wenig kühl, aber es hat auch nur 13 Grad und ich bin mit Pullover rausgegangen. Sollte man vielleicht nicht tun, wenn man klug ist, aber hier tun es alle und man will ja nicht aus der Menge herausstechen. Dachte ich, in Wahrheit zieht wirklich jeder an, was er will, manche nur T-Shirt, andere Pullover, andere sogar eine warme Jacke. Am coolsten fand ich eine, die mit kurzen Ärmeln, aber Schal und Handschuhen Rad gefahren ist.

Ich gehe und gehe also in Richtung Uni (und die Richtung hat wirklich gestimmt) an der Bowthorpe Street entlang und genieße die Luft, ich gehe auch noch über die viel befahrene Straße und weiter die Bowthorpe Street, alles entlang von einem (bzw. zwei, ich bin mir nicht sicher) Friedhof. Es ist durchaus ein schöner Tag und wenn die Sonne hervorkommt ist es auch warm.
Aber irgendwann schau ich auf die Uhr, ich bin schon mindestens eine halbe Stunde unterwegs und von der Uni noch keine Spur, auch kein Schild in Sicht. Da ich mir bewusst bin, dass ein Weg beim ersten Mal immer länger ist, geh ich noch ein Stück weiter.
Aber irgendwann denke ich, ich bin jetzt vollkommen falsch und drehe um. Ich muss ja schließlich nicht heute schon zur Uni.
An der viel befahrenen Straße versuche ich es, die Hoffnung immer noch nicht ganz aufgegeben, in eine andere Richtung, aber auch da ist bald zu sehen, dass keine Uni in der Nähe ist.

Also wird zurück gegangen. Vorteil des Marsches: nach eineinhalb Stunden gehen ist mir jetzt wenigstens nicht mehr kalt.
Daheim öffnete ich sofort den Stadtplan und siehe da: eigentlich war mein erster Versuch richtig, ich hätte nur kurz bevor ich doch umgedreht habe in eine andere Straße einbiegen müssen, in die Gipsy Lane, die mir sogar aufgefallen war, aber ich mich nicht mehr an den Zusammenhang erinnern konnte.
Morgen probier ich es noch einmal und nach ein paar Mal ist es wahrscheinlich keine Aufregung mehr.

Fakt ist, der Weg ist lang. Ich muss also jetzt überlegen, ob ich mir nicht doch ein Fahrrad zulegen will. Ist nicht teuer und bekommt man an der Uni, die es später auch zurückkauft, wenn auch zu einem geringeren Preis. Ich finde das ist ein guter Deal. Vor allem muss man sich nicht darum kümmern es weiter zu verkaufen.

Der restliche Tag ist eigentlich ziemlich an mir vorbeigezogen. Nichts Aufregendes mehr bis auf das laute, penetrante Piepen des Rauchmelders (glaub ich zumindest, vielleicht war es auch der Gasherd), als ich gerade kochte. Zum Glück hat es sofort aufgehört nachdem ich den Dunstabzug aufgemacht habe. Aber kurzzeitig war ich sehr erschrocken. Wie auch immer, das Essen war köstlich! :)

XO Florentina

Nachtrag 16. September: Vollbepackt am Weg nach Hause

Hallo!

Tja, gestern konnte ich meinen Blog irgendwie nicht mehr in meinen Tag quetschen. Vor allem, da ich endlich wieder einmal früher schlafen gehen wollte, als halb 12. Und ich muss sagen, das hab ich geschafft. :)

Was so los war:

Wie ich mir am Vortag vorgenommen hatte, ging ich wieder in die Stadt und da es mal windig und wolkig war hatte ich brav meine Regenjacke und meinen Schirm eingepackt. (Die ich, wie sich herausstellen sollte nicht brauchen sollte und dadurch unnötig zusätzliches Gewicht mitschleppen durfte)

Meine erste Anlaufstelle war HSBC, das ist die Bank, die Neuankömmlingen in England am ehesten und mit den wenigsten Problemen ein Konto eröffnen lässt. Nun, sie wollen dennoch ganz schön viel, vor allem eine Bestätigung meiner Adresse, aber der Vertrag ist nicht genug, weil ich eine private Vermieterin habe. (Ich liebe das österreichische System des Meldeamtes!)
 Schön und gut, da stand ich also in der Halle der Bank mit der einzigen Bankangestellten, die dort ist (für alle anderen benötigt man einen Termin) und hatte doch so meine Probleme, vor allem mit dem Vokabular. Schon mal wer versucht Bankgeschäfte in einer anderen Sprache zu führen? Besser vorher informieren, sag ich nur, sonst muss man bei jedem zweiten Wort nachfragen. Gut, gut, sie drückt mir dann eine Broschüre in die Hand, fragt mich, ob ich auch Deutsch verstehe!!! *gg* (Die wenigsten Engländer wissen, was wir German sprechen, wenn wir doch aus Austria kommen. Ich wäre dafür Austrian einzuführen, dadurch hätten wir doch viel weniger Probleme, oder?)
Nun, sie war sehr nett und hat mir armen, kleinen Studentin versucht alles zu erklären, aber ein Konto werde ich wohl doch nicht eröffnen. Warum? Mindestdauer 12 Monate und dann bin ich schon wieder in Österreich (oder Australien, je nachdem). Ich werde mich eben die 9 Monate (eigentlich nur 8, weil einen bin ich ja daheim) mit meiner Bankomatkarte und meiner Visakarte begnügen müssen. Was mir, wenn ich mich bemühe nur zweimal im Monat Geld abzuheben wahrscheinlich sogar billiger kommt.
So ein Glück, eine Sache, die ich doch nicht machen muss! :)

Als nächstes bin ich wieder zu Argos gegangen, um meine sanften Kluppen und über die Tür Hänger zu kaufen. Diesmal kannte ich mich schon aus und die Katalognummern hatte ich schon aus dem Internet, also geht es ganz schnell! Kurz darauf stehe ich mit einem Plastiksack schon wieder draußen und weitergeht's. Kurz ins Buchgeschäft geschaut und ein Buch mitgenommen. Preise sind zum Glück wie in Österreich, weiteres Glück, die meisten meiner Fantasyautoren werden in Amerika herausgegeben und die kriegt man in England nicht (manche werden in England noch einmal herausgegeben, anderes Cover, andere Größe, Inhalt und Sprache gleich. Warum? Keine Ahnung, wirklich nicht). Ich habe also nicht viel Auswahl an mir bekannten Autoren und mich ist noch kein anderes Buch angesprungen.

Nächster Stop Tesco, der wohl größte Supermarkt, den ich in meiner "Nähe" habe. Um nicht dauernd in die Stadt laufen zu müssen, fülle ich mein Körberl gleich mal kräftig an. Ich bekomme auch Haferflocken (heißen hier Porridgeflocken) und Rosinen, und ich nehme ein Päckchen Cubes von Knorr mit. Vielleicht hab ich Glück und es sind Suppenwürfel. Aber ich bekomme ja auch welche von Mama zugeschickt. (Ein dickes, fettes DANKESCHÖN!!!)

Das wäre eigentlich meine letzte Station gewesen und wenn ich ehrlich bin, wie hätte ich mit vier Taschen noch irgendwas tragen sollen, aber dann schau ich noch in einem der Musikgeschäfte rein, die auf meinem Weg liegen. (ich war schon fast vorbei und hab noch einmal umgedreht. Glücklicherweise habe ich dabei niemanden umgerannt) Dort drinnen bin ich an den Schalter herangetreten und habe ganz höflich gefragt, ob sie zufällig irgendwelche Geigenlehrer in Norwich kennen. Antwort: Wir haben eine Liste, die Druck ich dir schnell aus.
Ich finde das total genial!! Jetzt muss ich nur noch die Adressen zu den Telefonnummern suchen und herumtelefonieren, ob mich irgendwer noch als Schülerin nimmt. Das ist mir irgendwie lieber, als an der Uni herumzufragen. (auch wenn das vielleicht billiger wäre)

Danach habe ich mich und meine vier Taschen heim geschleppt und mich wieder einmal gefragt, warum sich die Erbauer von Norwich die einzigen Hügel in der Gegend für ihre Stadt ausgesucht haben. Zum Glück muss ich das nicht jeden Tag machen und hin und wieder bringt es mich nicht um.

Bis heute Abend dann (hoffentlich)
XO
Florentina

Mittwoch, 15. September 2010

Große Pläne, kleine Taten

Hallo!

Wie der Titel schon sagt hatte ich mir für heute sehr viel zu tun vorgenommen:

  • zur Bank gehen und ein Konto eröffnen
  • Wäscheständer bestellen (damit ich ihn nicht tragen muss)
  • Sanfte Kluppen besorgen (die, die nicht so viele Abdrücke auf den T-Shirts hinterlassen)
  • Brot, Käse, Haferflocken, Rosinen und Suppenwürfel kaufen
  • Geige üben
  • mich besser in der Stadt auskennen

Ist nicht aus allem etwas geworden.
Warum? 

Nun, erstens hat es den einen Wäscheständer, der mich gestern so angelacht hat plötzlich nicht mehr gegeben. Der nächstbessere kostete 42 Pfund statt 25. Ist eigentlich zur Zeit kein Problem und ich dachte nicht, dass ich noch andere finden würde, also begann ich mit dem Bestellvorgang. Mittendrin kam Charlotte herunter und ich besprach das mit ihr, weil sie doch mitzahlen wollte. Sie war geschockt und meinte, sie würde in die Stadt gehen und bei Argos schauen, was es gibt. 
Daraufhin hab ich mich auf deren Website umgesehen und bin doch glatt fündig geworden, ein lieber kleiner Turm für 18 Pfund und auf dieser Seite kann man auch noch schauen, in welchen Filialen es ihn noch gibt. Ich hab sie gefragt, ob wir gemeinsam gehen wollen und kurz darauf sind wir los gezogen.

Wir sind schnell zum Geschäft gekommen und ich kann nur sagen, das ist wirklich komisch:
Erstens einmal ist nicht wirklich Ware ausgestellt. Das Erste, das man sieht, wenn man hineinkommt ist ein Tisch mit Katalogen. Dort muss man die Katalognummer raussuchen, kann mit einer kleinen Maschine prüfen, ob sie das was man haben will noch auf Lager haben und dann geht man mit der Katalognummer zur Kassa. Soll heißen, zuerst muss man sich in der (zum Glück kurzen) Schlange anstellen und warten bis man von der netten Maschine weitergebeten wird. 
Hin und wieder spinnen die Engländer schon ganz schön. 
Nachdem man dann seinen Bestellschein abgegeben hat, darf man sich auf einen Stuhl setzen und warten, bis eine weitere elektronische Stimme die Nummer auf der Rechnung aufruft, dann kann man nach vorgehen und sich sein Zeug abholen. Umständlicher geht es wohl gar nicht, oder? 
Charlotte meinte, wir können froh sein, dass wir unter der Woche hinkamen, denn am Samstag wartet man ewig. (Ich sag nichts mehr, okay? Ich hab meinen Senf schon dazugegeben)

Zusätzlich habe ich in dem ganzen Tohuwabohu der Umständlichkeit auf meine netten sanften Kluppen vergessen. Okidoki, wollte nicht noch einen Bestellschein ausfüllen, komme ich eben später wieder, dachte ich. Wollte ohnehin noch zur Bank.

Aber nein, bis wir zurück waren, war es dann schon ziemlich spät und ich wollte nicht sofort wieder den gleichen Weg zurück. Außerdem war ich müde. Werde zur Zeit schneller müder als daheim, aber daheim ist auch nicht jeden Tag etwas neues zu erleben.

Auf jeden Fall habe ich mich später doch noch aufgemacht um einkaufen zu gehen, wir haben einen halbwegs großen Supermarkt 10 Minuten entfernt von uns und einen Minishop gleich um die Ecke. Erst einmal bin ich zum größeren Geschäft gegangen, das auch eine Poststelle integriert hat. Aber irgendwie war ich enttäuscht. Die Auswahl war nicht weltbewegend, ich habe keine Ordnung entdecken können und sie hatten weder Haferflocken, noch Rosinen, noch Suppenwürfel (nur Soßenwürfel). Also hab ich mir Brot (einmal ein Vollkornbrot, oder was hier dafür gehalten wird) und Käse gekauft und bin etwas deprimiert über die erfolglose Suche zurück marschiert.
Ich habe auch noch kurz in den Minishop geschaut und siehe da: er hat für seine Größe erstaunlich viel, eigentlich alles, was man zum Überleben braucht außer frisches Obst und Gemüse oder Fleisch und für das allernotwendigste kann man schnell dorthin gehen. Aber auch dort keine Haferflocken oder Suppenwürfel. Rosinen schon, aber was tu ich mit ihnen, wenn ich keine Haferflocken habe? So viel zu meinem Versuch einmal etwas anderes (und gesünderes) als Tost mit Butter in der Früh zu essen. Immerhin esse ich jetzt auch immer schon einen Apfel. :)

Das andere auf meiner Liste?
Das erledige ich morgen. Ich habe keinen Stress. Die Uni beginnt schließlich erst in 12 Tagen. Gott, klingt das viel. Dabei fühlt es ich irgendwie an wie übermorgen.

Ich denke, das war auch schon das aufregendste am heutigen Tag. Statt Zuchinicremesuppe habe ich eben Zuchini-Lauchgemüse und Toast gegessen. Ich glaube nicht, dass ich vom Fleisch fallen werde. :)

Bis demnächst,
(womöglich kann ich morgen von den englischen Bankmenschen berichten)

XO Florentina