Montag, 20. September 2010

Ein neuer Tag

Hallo!

Heute hab ich nicht einmal einen Titel, da irgendwie nicht besonders viel passiert ist. Dabei war ich dank Mama heute schon um viertel nach sieben auf und konnte mich auch nicht einfach umdrehen und weiter schlafen.
Eigentlich hatte ich große Pläne, denn ich wollte mal wieder hinunter in die Stadt gehen und noch ein paar Sachen besorgen. Eigentlich kann ich mich nicht so recht erinnern, was das war, außer einer Schreibtischlampe, die nicht unbedingt notwendig ist und einer Pfanne mit Deckel. (nicht so sehr für mich, sondern für Eugene, damit er nicht mehr den zu großen Deckel von meinem Topf benutzt. Spuren von Gasflammen schauen einfach nicht schön aus)

Es ist nicht wirklich was daraus geworden.
Zuerst habe ich die Post herein geholt. Da das eigentlich in meinem Zimmer ist, bin ich Postbotin! :) Die anderen könnten zwar herumgehen, aber ich bin immer schneller und sehe nicht den Sinn die Post der anderen liegen zu lassen.
Dabei war der Brief von Virginmedia mit unserer neuen TV-Kanalkarte. Da ich schon mal auf war, dachte ich, dass ich das gleich installieren kann. Es ist nämlich sehr nervig, wenn man den Fernseher aufdreht und ein paar Minuten warten muss bis die Erinnerung für die Kartenauswechslung verschwindet. Doch so eine Karte zu wechseln dauert ganz schon lange und wieder einmal gelten die Zeitangaben nicht. Es hat fast eine Stunde gedauert, statt 30 Minuten und noch einmal länger, weil sie Anweisungen haben, sollte es nach 30 Minuten noch nicht gehen, die ich natürlich befolgt habe. Tja, während ich also gewartet habe, konnte ich meinen größeren Wäscheständer bestellen, er wird morgen geliefert (daher kann ich von 7am bis 6pm nicht aus dem Haus, außer er kommt dazwischen einmal. Ich hoffe er kommt zu einer angenehmen Zeit) Und ich konnte an eine Bewohnerin vom letzten Jahr die Mitteilung schicken, dass sie Post bekommen hat, darum hat sie extra gebeten. Ich denke, sie wird den Brief auch morgen abholen.
Dann hab ich das mit der Karte noch einmal probiert, der erste Versuch dauerte ca. 45 Minuten. Der zweite Versuch gab mir immerhin die Gelegenheit QiGong zu machen und mir die Haare zu waschen. Ich war schon fast am Verzweifeln, und ganz sicher wollte ich nicht dort anrufen, als ich kaum war ich angezogen die Endnachricht am Bildschirm lesen konnte. Ich hatte es geschafft!!! Juhuuuu!

Zu der Zeit war ich fast am Verhungern, eigenartig eigentlich, denn in den Tagen davor hatte ich nie früher gegessen. Aber es macht schon einen Unterschied wenn man einmal früher aufsteht. Aufgrund des Buttermangels im Kühlschrank (gestern aufgegessen und zu faul neue zu kaufen), durfte ich heute endlich einmal meine Porridge-Flocken öffnen. Ich muss sagen, ich habe wirklich ein gutes Frühstück zusammengebraut. Aber jeden Tag ist das nichts, denn man darf eindeutig keinen Stress in der Früh haben, wenn man so etwas essen will (alleine das Abwaschen danach!) Außerdem bleibt der Schlagobers hier in England nur etwa 4 Tage frisch (zumindest gemäß Ablaufdatum), was das ganze schwierig macht, da ich nicht alle paar Tage zum Supermarkt deswegen rennen will. Und auch Toastbrot muss schnell gegessen werden, ich muss also immer genau überlegen, was will ich essen? Richtig akademische Höchstleistungen, meint ihr nicht auch? :)

Aber was soll ich sagen, heute war wirklich sonst nichts los, außer dass ich meine nächste Wäsche gewaschen habe (wobei aufgrund zu vieler Umdrehungen ein paar Nähte gelitten haben, aber man lernt aus Erfahrung), einkaufen war und endlich mal wieder Geige gespielt habe (immer noch mit Dämpfer, es war zwar niemand im Haus, aber die Wände zu den Nachbarn sind dünn, ich höre sie immer wenn sie die Treppen runterkommen)

Was sich endlich einmal machen lässt, ist, dass ich mein wunderschönes, wenn auch billiges Gemälde hoch laden kann:

Ihr habt natürlich keinen Vergleich, aber stellt euch einfach meine Stadt der grauen Türme bei Regenwetter und mit ein wenig roter Farbe vor. (ich hätte bei dem Bild wirklich depressiv werden können und werde Elaine am Mittwoch fragen, was ich damit machen soll, vielleicht darf ich es wegschmeißen!) :)

Außerdem kommt hier noch eine (wenn auch noch kurze) Beschreibung meiner Mitbewohner, da Verena urgiert hat, dass ich so wenig über sie erzähle:

  • Charlotte: Sie ist 26 Jahre alt, wird ein Jahr lang (wirklich 12 Monate) hier in Norwich ihren Master in Creative Writing machen. Ich weiß nicht woher in England sie genau stammt, aber die letzten fünf Jahre hat sie in London gewohnt. Sie hat für einen Verlag, ich glaube als Lektorin gearbeitet. Netterweise ein Verlag, der vor allem rechtswissenschaftliche  Bücher herausgibt. :) So ein Zufall, oder? (Sie hat mir erzählt, dass es so scheint, dass die meisten englischen Juristen, die etwas publizieren am Tag vorher irgendwas schreiben, um es hinter sich zu haben und nicht so intensive Recherche betreiben, wie die österreichischen. Kein Wunder, sie müssen auch nicht ständig zitieren.) Ich weiß nicht so Recht, was ich über sie schreiben soll, da ich nicht einmal eine Woche mit ihr zusammengelebt habe und sie gerade wieder in London ist. Auf jeden Fall war sie von Anfang an sehr hilfsbereit und ich hab wirklich gut mit ihr reden können. Sie hat uns andere zwei an meinem ersten Abend in der Bar auch auf die Getränke eingeladen, obwohl wir beide gemeint haben, wir zahlen ihr dass. Eugene glaube ich sogar zweimal. Sie ist "süchtig" nach Tee, so wie viele in Österreich nach Kaffee süchtig sind und trinkt 5 Häferl am Tag. Sie hofft, das Eugene sie mit seiner Disziplin ansteckt, sobald die Uni mal so richtig beginnt, was nur den Schluss zulässt, dass sie nicht so leicht den ganzen Tag in der Bibliothek verbringt. Oh ja, glücklicherweise mag sie Musik, was hilft, da sie das Zimmer über mir hat und am ehesten in den Genuss meiner Spielerei kommt, ist aber selbst vollkommen unmusikalisch. Zur Zeit fällt mir nicht mehr ein, ich werde aber mehr schreiben, sobald ich sie besser kenne. Ihr könnt auch Fragen stellen!
  • Eugene: Er ist 23, kommt (wie glaub ich schon erwähnt) aus Pennsylvania und wird ebenfalls den 12-Monatigen Master in Creative Writing machen. Er stellt sich jeden Tag den Wecker, damit er zwischen acht und halb neun das Haus verlassen kann, um an die Uni zu gehen und in der Bibliothek zu sitzen und dort ist er auch den ganzen lieben langen Tag. Letzten Freitag zum Beispiel meinte er, er wäre gern hinausgegangen, weil es so schön war! Warum hat er es nicht getan? Das weiß er allein, auf jeden Fall hat er noch nichts für die Uni zu tun. Er meint, er liest und schreibt für sich selbst, ich kann es nicht überprüfen. Das letzte Mal hat er etwas über ein Buch über Gothic-Romane im 19.Jahrhundert erzählt. Jetzt bitte kein falscher Eindruck: Er ist nicht selbst dem Gothickult verfallen und zieht sich ganz normal an. Er tanzt gerne, ich weiß aber nicht welche Musik, obwohl ich ihn mal nach seiner Lieblingsmusik gefragt habe, aber das war der erste Abend und ich war noch nie gut darin, mir die Namen irgendwelcher Sänger zu merken. Auch mit ihm ist es wirklich gut zu reden, wenn man einmal dazu kommt, da er, wie gesagt früh morgens aus dem Haus geht und erst um halb neun am Abend zurück ist. Lange Zeit, um in der Bibliothek zu sitzen, oder? Auch bei ihm kann ich nicht recht viel mehr sagen.
  • Levanna: Sie ist die Französin, die am Mittwoch kommt, ich glaube, sie ist zwanzig, bin mir nicht ganz sicher und da ich sie noch nicht kenne, kann ich auch nicht mehr über sie berichten.
Eines gilt für alle, fragt, wenn ihr noch etwas wissen wollt und ich werde mich bemühen zu antworten. Vielleicht schaffe ich es auch noch Fotos hochzuladen, aber die die mich kennen wissen, dass ich sehr schüchtern bin, wenn es darum geht, Menschen zu fotografieren.

Das war's auch schon für heute (ist doch wieder einmal eine lange Schlange an Buchstaben geworden) Ich wünsche allen eine Gute Nacht!
XO Florentina

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