Sonntag, 19. September 2010

erste Wäsche und Justine

Hallo alle zusammen!

Anders als gedacht, hat es heute keinen Tropfen geregnet. Es stellte sich also heraus, dass auch die Wetterfrösche in England nicht immer recht haben. Vielleicht sollten wir es einmal mit einem anderen Tier probieren. Ich denke, der Oktopus in Deutschland hat den Ausgang der Matches der deutschen Nationalelf während der WM sehr gut vorhergesagt. Wie wäre es also mit einer Wetter-Kohlmeise???

So, zu meinem nicht regnerischen Tag:

Nach einem langen Liegenbleibmorgen (Ich liebe meine zwei fast-nichtstu Wochen!) hab ich mich irgendwann aus meinem warmen Bett gequält und mich auf die Suche nach der Bedienungsanleitung für die Waschmaschine gemacht. Wir haben alle Anleitungen praktischerweise  in einer Lade in der Küche. Aber die erste Waschmaschinenanleitung die ich fand, war für ein anderes Gerät. Und beim schnellen Durchsehen fand ich keine andere. Gut, dachte ich, irgendwie müsste ich es auch so hinbekommen. Ich war dennoch unsicher und hab ein bisschen gewartet. Ein Glück, denn Eugene ist nicht so blind wie ich, und fand die Anleitung beim zweiten Mal durchsehen!!!
Also hab ich alles durchgelesen, will ja nichts ruinieren und dann begonnen meine Wäsche zu sortieren. Ist hier ein bisschen anders, als daheim, nicht Koch-/Buntwäsche und das andere Zeug sondern "Cotton", "Synthetics", "Woolen" und Zeugs wie das. Hat mich schon mal aus der Bahn gehauen, da nicht alle meine Sachen, die ich mit den Handtüchern waschen würde reine Baumwolle sind. Aber es gibt ja Mütter, die man anrufen kann und die dann sagen: "Du kannst ruhig all das gemeinsam waschen."
Gemacht, getan, die erste Maschine wird angeworfen. Zur selben Zeit schreibt mir Justine (meine Lehrerin in Great Yarmouth), ich könnte zwischen 2 und 3 zu ihr kommen. Ich schau auf den Timer der Waschmaschine, sollte sich ausgehen, wenn ich schnell bin und bin glücklich über meine Pläne für den heutigen Tag.

ABER: In England ist niemals alles so einfach.

Punkt 1: Glaube nie einer Waschmaschine, die die Zeit anzeigt, denn es kann sein, das für sie 2 Minuten 5 Minuten bedeuten. So war's auch, ich glaube, sie hat eine halbe Stunde länger gewaschen, als zu Beginn angegeben!! Was soll das, wofür wird dann eine Zeit angezeigt???
Gut, das Problem war schnell gelöst, SMS an Justine, es wird ein bisschen später.

Punkt 2 bzw. kleines Problem am Rande: Wasche nie neues oranges Badetuch mit neuem weißen Handtuch. Ergebnis: orange Flankerl über dem ganzen weißen Handtuch (Vorteil: jetzt passt es besser zu den anderen) Und zum Glück ist sonst alles glatt gelaufen, bei meinem ersten Waschdurchgang.

Punkt 3 bzw. kleine Notiz für alle, die überlegen nach England zu ziehen: Nur wenig Engländer benutzen Kluppen, sie hängen die T-shirts in der Hälfte über die Leine. Daher sind die Wäscheständer eher klein und wenn man doch Kluppen benutzen will (wie ich, ich will keine Falte in meinen Sachen), kann man weniger aufhängen.
Geplante Lösung: So bald wie möglich größeren Wäscheständer liefern lassen. (Leider haben sie ihn zur Zeit nur im Geschäft aber nicht in der Home-Delivery-Zentrale)

Punkt 4: Merke, nicht alle Busfahrer in Norwich kennen sich in der Gegend wirklich aus. So kann es passieren, dass sie zwar freundlicherweise an einer Busstation stehenbleiben, ohne dass du drückst, aber dann kannst du mitten im Nirgendwo stehen und 10-15 Minuten zu deinem Ziel gehen, statt einfach über die Straße, wie geplant. Nun, jetzt weiß ich, wo ich drücken und aussteigen muss. Obwohl ich nächstes Mal vielleicht versuche zu Fuß zu Justine zu gehen. Ist zwar ein ordentlicher Weg, aber machbar.

Punkt 5: Habe immer einen Stadtplan dabei, aber selbst dann kann es schwierig sein zu erfahren in welcher Straße du gerade bist. Denn in England steht der Straßenname nicht an jedem Haus, sondern oft nur am Anfang und Ende der Straße. Wenn man Glück hat auch bei einer größeren Kreuzung.
Zum Glück heißen die Busstationen manchmal wie die Straße und die Engländer sind sehr nett, wenn man sie fragt.

So, als ich dann aber mal bei Justine war, war es sehr nett. Ich wurde mit Tee bewirtet, wir sind zu einem wunderbaren Park gegangen und haben geredet und geredet. Danach sind wir noch bei ihr gesessen, haben über ihre Pläne nach China zu gehen und dort zu arbeiten geredet. Ich hab ihren Bruder Graham, er ist 21, kennen gelernt und dessen besten Freund (der denke ich ein bisschen älter ist, da er ein Kind hat und älter wirkt) Dieser kannte nicht einmal Österreich so wirklich, musste ihm ein bisschen Geographieunterricht geben (und das mit meinen bescheidenen Kenntnissen, zum Glück weiß ich alle Nachbarstaaten von Österreich) :)
Sie nennt mich übrigens Flor, find ich irgendwie nett den Spitznamen, mal was anderes als Flo. :)

Bin auch gut wieder heimgekommen, diesmal wusste ich, wo ich aussteigen muss! Meine Gegend kenne ich zum Glück. Und dann konnte ich schließlich noch Abend essen, und musste nicht wirklich kochen, dank der Reste von gestern. Es hatte also was gutes zu viel zu machen. (Muss jetzt aber noch abwaschen)

Mehr gibt es für heute nicht zu erzählen
Also bis demnächst, wenn ich wieder einmal von meinen großen Abenteuern in der Fremde berichte

XO, Florentina

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