Mittwoch, 29. September 2010

En garde buddy!

Ok, nein, ich habe meinen Buddy nicht herausgefordert, aber der Titel ist so ziemlich die Kurzform von dem was ich heute getan habe.
Aber eines nach dem anderen.

Zuerst einmal hat sich meine innere Uhr aufs früh aufstehen umgestellt. (Manchmal fürchte ich mich vor mir selbst, denn das sollte doch nicht von einem Tag auf den anderen gehen, oder?) Auf jeden Fall, wurde ich um sieben Uhr wach und war sehr engagiert, also habe ich die Mitschrift von den gestrigen Vorlesungen abgetippt. Danach war ich wieder müde, aber es war schon viertel neun und da konnte ich nicht wirklich wieder schlafen gehen.

Beim Frühstück traf ich Lévana und wir machten aus uns um 11 an der Uni zu treffen, um die ganzen Sport Clubs zu begutachten. Irgendwie flog die Zeit dahin und schließlich war ich spät dran und entschied mich trotz Regen mit dem Rad zu fahren. Ich nehme an, wenn ich den Weg zur Uni mindestens 5 Tage die Woche mit dem Rad zurücklege, werde ich durchaus Beinmuskulatur zulegen, da das erste Stücke den Hügel hinauf ist. Wenigstens der Heimweg ist leicht, da geht es bergab. :)
Ich kam zu früh, aber der Raum mit den Ständen war schon offen und ich schaute ein bisschen drinnen herum bevor ich wieder vor die Tür ging. Gleich am Eingang liefen viele Cheerleader und Rugbyspieler herum, offensichtlich sind diese Clubs wirklich sehr beliebt. Keine Angst, das wollte ich nicht machen. Als Lévana immer  noch nicht auftauchte, ging ich mal zum anderen Eingang, da ich nicht sicher war, ob wir den gleichen gemeint hatten. (Dort wäre sie auch gewesen, nur ganz draußen, und ich war noch im inneren Teil des Gebäudes)
Also schlenderte ich drinnen wieder herum. Es gibt wirklich viele Clubs: Capoiera (sie hatten ein Video bei ihrem Stand und es ist einfach unglaublich, wie diese Leute in der Luft herumspringen), Fußball, Korfball (fragt mich nicht was das ist), Wintersports (fahren mindestens einmal im Jahr nach Frankreich), Sailing (klingt cool, aber beansprucht eine Menge Zeit),....

Schließlich fand ich den Fencing Club (= Fechten) und sprach mal mit den Leuten. Sie klangen sehr nett, haben es gut erklärt und praktischer weise habe ich Mittwochs immer frei. So kam es, dass ich mir die Sportversicherungskarte (braucht man für jeden Kurs) holte und Mitglied im Fechtclub wurde. Nächsten Mittwoch ist meine erste Stunde, ich bin schon sehr neugierig wie das wird.
(@ Papa: Ich gebe dadurch mein vielleicht nur einmal wöchentliches Schwimmen nicht auf, das könnte ich Freitags vor meinem Kurs immer machen. Man kann also sehen, ich bin schon wieder voll im planen)

Irgendwann fand mich Lévana und ich begleitete sie zum Badmintonclub. Sie fragten auch mich, aber kleiner Ball und Flo mit Schläger passt einfach nicht zusammen. Ich könnte in die Frauenfußballmannschaft gehen, aber das habe ich schon getan und ich will etwas Neues probieren. Außerdem kam ich nach England um zu lernen. Und ich kann nur sagen, das werde ich auch sicherlich tun. Allein die 800 Seiten für EU Law, die ich zumindest für die Seminare lesen muss, auch wenn ich kein Examen habe.

Dem Rat meiner weisen Mutter folgend bin ich heute wieder mal in der Mensa essen gewesen. Da bei mir alles der Reihe nach schimmelig geworden ist (außer die Karotten, die halten schon 3 Wochen und das macht mir echt Angst) und ich in den nächsten Wochen den größten Teil des Tages am Campus bleiben werde, warte ich mit meiner normalen Kocherei bis sich alles eingespielt hat. Bis auf Nudeln und Reiszeug. Gekochte Kartoffeln zB werden warten müssen, die brauchen so lange.
War wieder sehr lecker, vegetarisches Chilli dieses Mal und es hatte durchaus eine gewissen Schärfe.

Anschließend machte ich mich auf den Weg zur meiner provisorischen Lawschool, um das Fehlen einer Vorlesung auf meinem Stundenplan erneut zu reklamieren. (Am Abend war sie drinnen, dafür leider aber auch zu viele Seminare in EU Law und Criminal Law, ich darf also morgen wieder hin.) Vor dem Meeting mit meinem Buddy hatte ich immer noch Zeit, also machte ich mich auf die Suche nach allen Gebäuden in denen ich Vorlesungen oder Seminare habe. Sie liegen ziemlich weit auseinander, aber zum Glück haben wir immer 10 Minuten Pause.

Schlussendlich ging ich zum Treffpunkt und fand meinen Buddy, Natasha, sie war letztes Jahr in Schweden um Jus zu studieren und ist nun da um uns zu helfen, wenn wir Probleme haben. Ein fünfzig jähriger Student aus den Niederlanden (aber aus dem Irak stammend), Bizhan (spricht man Bitschan) stieß auch noch zu uns und dann machten wir uns auf die Suche nach einem angenehmen Sitzplatz (wir landeten schließlich in einem Meetingraum in der Bibliothek). Natasha ist sehr, sehr nett, mir durchaus ein bisschen ähnlich (sie findet sich des öfteren auch in der Position des Türstehers) Wir saßen ungefähr 2 1/2 Stunden zusammen, die meisten Probleme hatte Bizhan, aber auch ich kam im Laufe der Zeit auf ein paar Fragen. Beispielsweise kann man hier die Professoren mit dem Vornamen ansprechen, was in Österreich undenkbar wird. (Da wird man schon abgekanzelt, wenn man nicht alle Titel einer Person weiß.) Außerdem gibt es ein Wordlimit für die Kursarbeiten (meist max. 3000 Wörter) und es werden Punkte abgezogen, wenn man zu viele hat. Da werde ich wirklich aufpassen müssen!
Nett ist, dass ich mit Natasha gemeinsam Family Law habe, dadurch sehe ich sie zweimal die Woche sicherlich.

Irgendwann konnte ich mich aber auf den Heimweg machen, es hatte zum Glück aufgehört zu regnen und nach einem Einkaufsabstecher war die Fahrt auf dem Rad heim sehr angenehm. Besser, als ich dachte.

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