Hallo und entschuldigt, dass mein Post einen Tag später kommt, als geplant. Einerseits war ich gestern wirklich müde und andererseits hatte google gerade dann Probleme meine Seite zu laden, als ich schreiben wollte, dankenswerterweise.
Zu meinem Tag:
Gestern war der zweite Tag vom Orientationprogram und so bin ich in der Früh aufgestanden und zur Uni gegangen (wobei ich nass geworden bin von dem Regen, der aus dunklen Schleierwolken gefallen ist, während zugleich die Sonne schien und viel blauer Himmel zu sehen war. Wenigstens der Regenbogen war wunderschön!) Diesmal war ich zu früh (nicht so wie am Freitag, wo wir fast zu spät waren), aber ich bin auch allein gegangen, weil Levanna erst nach Mitternacht heimgekommen ist. Irgendwie habe ich bei ihr mehr das Gefühl, auf sie aufpassen zu müssen, als wäre sie 14 und nicht nur ein Jahr jünger, daher war ich besorgt, als sie nicht heimgekommen ist und habe so leicht geschlafen, dass ich sie schlussendlich ins Haus kommen hörte. Ich hoffe, das Gefühl legt sich, schließlich bin ich nicht für sie verantwortlich und sie ist durchaus erwachsen.
Die Präsentationen am Vormittag waren wieder sehr lustig und interessant. Wir haben beispielsweise gelernt, wie man Engländer kennen lernt. Man geht nicht einfach hin, stellt sich vor und fragt nach dem Namen des anderen, denn das schreckt sie ab (wenn ich ehrlich bin, könnte mich das auch abschrecken, wenn plötzlich wer auf mich zukommt, die Hand ausstreckt und sagt: Hallo, ich bin Mark. Und wie heißt du?) Bei Engländern macht man es über eine Einleitung, und zwar eine, die sich für sie sicher anfühlt: Man spricht über das Wetter. :) Und ich muss sagen, man kann den ganzen Tag über das Wetter hier sprechen, denn es ändert sich ständig. Am Schluss, kurz bevor man gehen muss, sagt man dann noch schnell: Oh, ich hab deinen Namen nicht mitbekommen.
Ganz schön kompliziert, oder? Zusätzlich darf man auch nie widersprechen und sagen, bei uns in Österreich kann es viel kälter werden (was ich zur Zeit bezweifle, aber nur, weil unsere Heizung eigenartig ist) Er hat es uns sogar trainieren lassen und dadurch habe ich meine Sitznachbarin, eine griechische Postgraduatestudentin kennen gelernt, leider habe ich ihren Namen vergessen, irgendwie ähnlich wie Sojanka. (Aber bei Namen kann man mich im Großen und Ganzen vergessen, ich merke sie mir nur, wenn ich auch eine Geschichte dazu habe, keine Ahnung warum. Ist aber auch unwahrscheinlich, dass ich sie so schnell wieder sehe, weil ich ganz was anderes studiere)
Warum wir das alles gehört haben? Ganz einfach, internationale Studenten lernen hier eher andere internationale als britische Studenten kennen, da letztere einfach nichts so sehr interessiert sind, uns kennen zu lernen, erstere aber nach jeder neuen Bekanntschaft und Erfahrung suchen.
Insgesamt haben sich alle sehr viel Mühe gegeben, uns die Informationen in einem möglichst interessanten Weg zu vermitteln. Nur die International Student's Society war eindeutig auf Mitgliederfang und das ist nicht unbedingt mein Ding. Aber das werde ich in der nächsten Woche noch öfter miterleben, denn da machen sich dann alle Societies auf die "Jagd".
Vor der Erasmusrede habe ich auch Levanna getroffen und danach (in der Lunchpause) hat sie mich Julia, einer französischen Jusstudentin, mit der ich zumindest EU Law zusammen habe, vorgestellt. Durch sie haben wir auch Vicky (eigentlich Vicknette oder so ähnlich, aber sie weiß schon, dass sich das keiner merken kann) kennengelernt, sie ist aus Norwegen und studiert Politik. Und alle sind mindestens ein Jahr jünger als ich! Na ja, macht nichts, ich bin mit ihnen Lunch essen gegangen in die Mensa am Campus und ich kann nur sagen, das Essen war ausgezeichnet, billig und man bekam eine riesige Portion. Ich werde nicht ständig dort essen, aber sicher hin und wieder.
Danach ging ich mit den zwei Französinnen (und ich kann nur sagen, es ist frustrierend, wenn die plötzlich anfangen in ihrer Muttersprache miteinander zu reden) erst zum Ticketverkauf für die unzähligen Parties an der UEA, Levanna wollte sich ein paar kaufen, und zur Bibliothek gegangen. Ich hatte eine Stunde lang nichts zu tun und so kam ich wenigstens einmal in die Bibliothek, wenn auch nicht zu den Büchern, sondern nur zu den PCs.
Nachdem ich meine Uni-e-mails durchgesehen hatte, lockte mich allerdings der Sonnenschein hinaus und, nach einem kurzen Stopp im Buchladen wegen einem Buch, das sie nicht hatten, machte ich mich auf den Weg zu unserem See. Leider wurde ich schnell aufgehalten, da es wieder einmal zu regnen begann (richtiges Aprilwetter, kann ich nur sagen) Daher wartete ich die letzten 15 Minuten im Warteraum vor dem großen Hörsaal auf die weiteren Präsentationen, die leider nicht unbedingt spannend waren, aber so weiß ich immerhin, dass die School of Law eigene Sprachkurse haben soll.
Glücklicherweise war die zweite Präsentation früher aus, denn ich hatte mich mit Justine und Silke (einer deutschen Studentin aus meinem Sprachkurs in Great Yarmouth) in der Stadt verabredet und so eilte ich schnellen Schrittes zum Bahnhof. Dafür brauchte ich eine Stunde (ich freu mich schon so sehr auf ein Fahrrad, auch wenn Norwich Hügel hat), langsam gewöhne ich mich an die langen Strecken.
Zu dritt sind wir dann in einen Pub in Flussnähe gegangen, echt riesig und hoch. (Und ich hab noch nie einen so extrem großen Toilettenraum gesehen, sogar bequeme Hocker und Balkon!!!) Wir haben viel geplaudert, bis einige der Fans der Canaries (Fußballmannschaft von Norwich, dank Steffi weiß ich, dass sie in der zweiten Liga spielen) in den Pub strömten. Da sie sich wie typische Fans aufführten, deren Mannschaft gewonnen hat, wie ich aber gerade herausgefunden habe, hatten sie mit 0:2 verloren. Anscheinend war es dennoch ein gutes Match und nur mit dem Glück der Canaries haperte es ein wenig.
Auf alle Fälle war es zu laut und wir sind dann noch ein wenig in der Stadt herumgegangen, trotz Regen. Es war aber ganz schön kalt und so setzten Justine und ich Silke am Bahnhof ab (sie fliegt heute heim) und fuhren dann zu Asda. Das ist der absolut größte Supermarkt hier, wo es wirklich alles gibt (von Kleidung, über Bücher, Waschmaschinen, bis hin dreimal so viel zu essen, wie in jedem anderen Geschäft und das extrem billig) Justine hat sich angeboten, mich mit zu nehmen und heimzubringen, da dieses Monstrum am Rand der Stadt liegt und einfach nicht ohne Auto erreicht werden kann und ich sonst in der Stadt kein Glück mit den Staubsaugersäcken hatte.
Am Ende bin ich mit mehr als nur den Säcken herausgekommen, wahrscheinlich mehr, als ich wirklich brauche, aber man kann durch sowas nicht einfach durchgehen, ohne zuzugreifen.
Leider habe ich dann auch meinen Schirm in ihrem Auto vergessen, ein fataler Fehler in England, und sie lebt nicht gerade in unmittelbarer Nähe. Aber ich wollte ohnehin einen größeren Schirm, den werde ich heute besorgen und werde hoffentlich nicht waschelnass.
Bis wahrscheinlich heute Abend!
XO Florentina
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